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Genvariante beeinflusst Bedarf an Schmerzmitteln

Freitag, 22. August 2008, 7:57 • Rubrik Medizin, Nachrichten.

Eine Patientin wird für den Kaiserschnitt nakotisiert. Wie stark ein Mensch Schmerzen empfindet, hängt auch von seinen Genen ab. Diese Ansicht wird durch eine neue Studie untermauert, die Mediziner in Singapur durchgeführt haben. Je nachdem, welche Varianten eines einzigen Genbausteins sie aufweisen, benötigen Frauen nach einem Kaiserschnitt unterschiedlich viel Schmerzmittel.

Foto: Werner Stoffberg /iStockphoto

Weitere Untersuchungen könnten es vielleicht einmal ermöglichen, “die Schmerzschwelle und den Bedarf an schmerzlinderndem Morphin vorherzusagen”, hofft Alex Sia vom KK Women’s and Children’s Hospital. Mit solcherlei Information gewappnet, könnten Ärzte ihren Patientinnen und Patienten von Beginn der Therapie an die jeweils passende Wirkstoffdosis verabreichen.

Sia und Kollegen konnten 588 Frauen für ihre Studie gewinnen. Diese hatten im Rahmen eines Kaiserschnitts einen Rückenmarkskatheter gelegt bekommen, über den sie sich nach der Operation bei Bedarf Morphin verabreichen konnten. Die Mediziner bestimmten zudem, welche Varianten des Gens für den µ-Opioidrezeptor die Frauen trugen, und verknüpften die Resultate mit dem Schmerzmittelverbrauch ihrer Patientinnen.

Jene Frauen, die von beiden Elternteilen die A-Variante des Rezeptorgens geerbt hatten, benötigten deutlich geringere Morphinmengen und stuften ihre Schmerzen als weniger stark ein als die übrigen Frauen, berichten Sia und Kollegen im Fachblatt “Anesthesiology”. Und trotz der geringeren Dosierung stellte sich bei diesen Patientinnen besonders häufig Übelkeit ein, wie sie eine Begleiterscheinung des Morphins sein kann.

Der µ-Opioidrezeptor findet sich hauptsächlich in Rückenmark und Gehirn. Aktiviert durch körpereigene oder von außen zugeführte Opioide, beeinflusst er unter anderem die Weiterleitung von Schmerzsignalen. Das zugehörige Gen kommt in verschiedenen Varianten vor. So weist es in rund 10 Prozent der Fälle an Position 118 den “Buchstaben” G (Guanin) statt des üblichen Adenin (A) auf. Diese Variation führt zum Austausch einer Aminosäure in dem Rezeptorprotein. Frühere Studien hatten allerdings widersprüchliche Ergebnisse zur klinischen Bedeutung dieser Variation geliefert.

Forschung: Alex T. Sia, Department of Women’s Anesthesia, KK Women’s and Children’s Hospital, Singapore; und andere

Veröffentlichung Anesthesiology, September 2008

WWW:
KK Women’s and Children’s Hospital
Anästhesie



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