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Training hält auch die DNA fit

21. August 2008 13:35

Foto zeigt Mann mit Sonnenbrille und in kurzer Sportkleidung neben einem zweiten mit Gummihandschuhen, der eine Blutabnahme vorbereitet Sauerstoff ist reaktionsfreudig und seine Veratmung eine brisante Angelegenheit. Doch selbst bei Triathleten, die über Stunden große Sauerstoffmengen in ihren Körper pumpen, stellen sich keine bleibenden Schäden an der Erbsubstanz ein, haben Wiener Forscher ermittelt.

Für manche Triathleten vielleicht die härteste Prüfung des Tages - die Blutabnahme. Foto: Karl-Heinz Wagner

Unmittelbar nach einem Ironman-Triathlon hätten sich zwar Anzeichen von oxidativem Stress gezeigt, berichten die Forscher um Karl-Heinz Wagner von der Universität Wien im Fachblatt “Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention”. Hinweise auf dauerhafte DNA-Schäden seien jedoch nicht zu beobachten gewesen. Demnach scheine ein gut trainierter Körper auch der chemischen Belastung gewachsen zu sein.

Die Energie für die Muskelbewegung kommt aus den Mitochondrien, den Zellkraftwerken, wo der eingeatmete Sauerstoff zur Reaktion gebracht wird. Neben Wasser fallen dabei als Nebenprodukte aber auch Sauerstoffradikale an. Werden diese nicht unschädlich gemacht, können sie in den Zellkern und andere Zellbestandteile wandern und dort unkontrolliert weiter reagieren. Wagner und Kollegen gingen nun früheren Hinweisen nach, denen zufolge Extrem-Langläufern auf diese Weise tatsächlich ein gesundheitliches Risiko erwächst.

Die Forscher untersuchten Blutproben, die sie 20 Sportlern bei fünf Gelegenheiten vor und nach einem Ironman-Triathlon abgenommen hatten. Dabei fahndeten sie nach deformierten oder gar fragmentierten Zellkernen in den weißen Blutkörperchen, wie sie auf erhebliche Chromosomenschäden hinweisen. Zwar konnten sie eine erhöhte Häufigkeit kleiner Ausknospungen des Zellkerns kurz nach dem Wettbewerb feststellen. Die Werte sanken jedoch binnen Tagen wieder auf das Ausgangsniveau.

Bei den früheren Untersuchungen habe der Schwerpunkt auf kurzlebigen DNA-Schäden gelegen, erklärt Wagners Mitarbeiterin Stefanie Reichhold. “In unserer Studie konzentrierten wir uns vor allem auf Schädigungen der DNA, die sich nach der Zellteilung auch in Tochterzellen wiederfinden und somit zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung des Körpers führen können.” Im Hinblick auf solche Schäden könne Entwarnung gegeben werden, so die Forscherin. “Unsere Studie zeigt klar, dass es in diesem Fall zu keiner Erhöhung der untersuchten DNA-Schäden durch extremen Leistungssport kam.”

Forschung: Stefanie Reichhold, Oliver Neubauer und Karl-Heinz Wagner, Department für Ernährungswissenschaften, Universität Wien; Veronika Ehrlich und Siegfried Knasmüller, Institut für Krebsforschung, Medizinische Universität Wien

Veröffentlichung Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention, Vol. 17(8), pp 1913-9, DOI 10.1158/1055-9965.EPI-08-0293

WWW:
Department für Ernährungswissenschaften, Uni Wien
Institut für Krebsforschung, Medizinische Uni Wien
Cellular Respiration
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