Vielfalt bremst Krankheitserreger
20. August 2008 15:21 Drucken
Monokulturen sind besonders anfällig für Krankheitserreger. Diesen aus der Landwirtschaft wohlbekannten Effekt haben zwei Basler Zoologen erstmals auch im Tierreich nachweisen können. Bei ihren Langzeitversuchen breitete sich ein Parasit umso leichter in Populationen von Wasserflöhen aus, je geringer deren genetische Vielfalt war.
Foto: Universität Basel / A. Altermatt
Ein Grund für den Monokultur-Effekt ist, dass ein Pathogen, nachdem es ein Individuum hat befallen können, auch mit dessen Verwandtschaft relativ leichtes Spiel hat. Bislang sei jedoch unklar gewesen, ob sich der Effekt der genetischen Vielfalt auch in der Tierwelt bemerkbar mache, schreiben Florian Altermatt und Dieter Ebert von der Universität Basel im Fachblatt “Ecology Letters”.
Einerseits sei die Situation in der Landwirtschaft mit ihren auf Ertrag gezüchteten Pflanzensorten und großen Anbauflächen wenig naturnah. Andererseits seien Tiere beweglich und hätten nicht selten engen Kontakt mit Artgenossen, was die Weitergabe eines Krankheitserregers bzw. Parasiten begünstigen könne.
Zur Klärung der Frage führten die beiden Forscher Experimente an einer finnischen Forschungsstation durch. Dort impften sie große Wasserkübel mit lediglich einem Genotyp oder aber mit zehn Genotypen des Wasserflohs Daphnia magna an. Schließlich infizierten sie die Testpopulationen mit dem einzelligen Parasiten Octosporea bayeri. Über die gesamte Versuchsdauer von drei Jahren war der Durchseuchungsgrad in den eintönigen Wasserfloh-Populationen deutlich höher als in den vielfältigeren.
Forschung: Florian Altermatt und Dieter Ebert, Zoologisches Institut der Universität Basel und Tvärminne Zoological Station, Hanko
Veröffentlichung Ecology Letters, Vol. 11(9), pp 918-28, DOI 10.1111/j.1461-0248.2008.01203.x
WWW:
Zoologisches Institut der Uni Basel
Tvärminne Zoological Station
Wasserfloh
Microsporidien
Monoculture
Monoculture Considered Harmful
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Vielfalt bringt Vielfalt hervor




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