Posted in: Biologie 15. August 2008 13:03 Weiter lesen →

Schnelle Evolution bei schlauen Vögeln

Foto zeigt einen leuchtend grün gefiederten Papagei auf einem Ast Wie stark sich eine Tierart spezialisiert, hängt auch davon ab, wie gut sie günstige Gelegenheiten zu nutzen vermag. Diese Ansicht unterstützt eine statistische Untersuchung, die zwei spanische und amerikanische Biologen angestellt haben. Die Formenvielfalt in einer Vogelfamilie ist demnach umso größer, je größer das Gehirn in Relation zur Körpergröße ist.

Papageien gehören zu den Spitzenreitern in puncto Gehirngröße. Foto: Daniel Sol

Die wahrscheinlichste Erklärung für dieses Phänomen sei, dass „ein großes Hirn eher Verhaltensänderungen ermöglicht, die eine Population einem neuen Selektionsdruck aussetzen und damit die Entwicklung weiterer Anpassungen begünstigen“, erklärt Daniel Sol von der Universitat Autònoma de Barcelona. Erst, wenn die Insektenlarven unter der Baumrinde als Nahrungsressource entdeckt sind, gibt es einen Antrieb zur Entwicklung eines Spechtschnabels.

Sol und sein Kollege Trevor Price von der University of Chicago analysierten Daten über 7.209 Vogelarten aus 120 Familien, entsprechend etwa drei Vierteln der beschriebenen Vogelvielfalt. Die Spannbreite der Körpermaße innerhalb einer Familie ist umso größer, je größer das Verhältnis von Gehirnmasse zu Körpermasse ist, berichten die Forscher im Fachblatt „American Naturalist“. Besonders hohe Werte weisen etwa Spechte, Papageien, Eulen und Rabenvögel auf.

Ein Zusammenhang zwischen der Formenvielfalt und der Größe des Verbreitungsgebiets oder der absoluten Artenzahl in einer Familie lasse sich dagegen nicht nachweisen, so die Forscher. Daher sei anzunehmen, dass der Einfluss der Gehirngröße durch die Flexibilität des Verhaltens vermittelt werde.

Forschung: Daniel Sol, Centre de Recerca Ecològica i Aplicacions Forestals, Universitat Autònoma de Barcelona, und Trevor D. Price, Department of Ecology and Evolution, University of Chicago

Veröffentlichung American Naturalist, Vol. 172, pp 170-7, DOI 10.1086/589461

WWW:
CREAF, Universitat Autònoma de Barcelona
Trevor Price, University of Chicago
Vögel
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