Sport hält das Herz jung
24. Juli 2008 |
Wer regelmäßig etwas für seine Kondition tut, hält damit sein Herz jung. Das gilt auch für ältere Menschen, haben amerikanische Mediziner im Rahmen einer kleinen Studie mit 12 Senioren ermittelt. Nachdem diese ein Jahr lang regelmäßig Sport getrieben hatten, wiesen ihre Herzen einen Energiestoffwechsel auf, wie er sonst bei jüngeren Personen beobachtet wird.
Wer rastet, rostet. Foto: NIH-National Institute of Aging
“Wir wissen, dass die Leistungsfähigkeit des Herzens mit dem Alter abnimmt”, erklärt Pablo Soto von der Washington University in St. Louis. “Der Hauptgrund dafür ist, dass die Leute nicht mehr so aktiv sind, wie sie es einmal waren.” Die neuen Resultate zeigten, dass sich diese Entwicklung auch im fortgeschrittenen Alter rückgängig machen lasse, schreiben der Radiologe und seine Kollegen im “American Journal of Physiology”.
Soto und Kollegen studierten Männer und Frauen im Alter zwischen 60 und 75 Jahren. Alle nahmen ein Sportprogramm in Angriff, das aus 3 bis 5 wöchentlichen Geh-, Lauf- bzw. Fahrradeinheiten bestand. Unmittelbar zuvor und 11 Monate später untersuchten die Mediziner, wie gut das Herz der Teilnehmer Sauerstoff und Nährstoffe aus dem Blut aufnahm. Dazu injizierten sie ihnen die entsprechenden Substanzen in schwach radioaktiver Form und verfolgten per Positronen-Emissionstomographie (PET), wie rasch sich diese im Herzmuskel anreicherten.
Diese Messungen bestätigten die Aussagen der Teilnehmer, sie seien in einer Form wie lange nicht mehr. Zwar wurde ihr Herzmuskel nach dem Training nicht stärker durchblutet als zuvor, wenn er eine erhöhte Leistung erbringen musste. Des ungeachtet nahmen die Muskelzellen Sauerstoff und Traubenzucker nun deutlich rascher auf.
Fettsäuren als Energieträger wurden von den Herzen der weiblichen Probanden rascher, von denen der männlichen Probanden dagegen langsamer aufgenommen. “Gemessen daran, hatten die Frauen besser auf das Training angesprochen”, erklärt Soto. Ob dieser Unterschied allerdings klinische Bedeutung habe, sei derzeit noch unklar.
Der Mediziner und seine Kollegen wollen nun untersuchen, ob sich ähnliche Trainingseffekte auch bei Patienten mit Herzschwäche einstellen. “Früher wurde solchen Patienten stets geraten, ihre Aktivität einzuschränken. Es zeichnet sich jedoch immer deutlicher ab, dass es möglicherweise besser ist, sie so aktiv wie nur irgend möglich zu halten.”
Forschung: Pablo F. Soto, Pilar Herrero und Robert J. Gropler, Department of Radiology, School of Medicine, Washington University, St. Louis; und andere
Veröffentlichung American Journal of Physiology - Heart and Cirulatory Physiology, DOI 10.1152/ajpheart.91426.2007
WWW:
Cardiovascular Imaging Laboratory, Washington University
Cardiac Muscle
Herzschwäche
Positronen-Emissionstomographie
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