Schneller “nachtanken” mit Koffein
1. Juli 2008 13:01 Drucken
Ausdauersportler kommen vor Wettkämpfen gerne zum Nudelessen zusammen, um gemeinschaftlich Energie zu tanken. Auf solchen “Pasta-Partys” sollte die Kaffeemaschine nicht fehlen, lässt ein Experiment australischer Mediziner vermuten. Hatten ihre Probanden zusätzlich zu Kohlenhydraten eine kräftige Dosis Koffein zu sich genommen, füllten sich ihre Energiespeicher deutlich schneller.
Die Studienteilnehmer ließen mehrere Muskelbiopsien über sich ergehen. Foto: John A. Hawley, RMIT University
Vier Stunden nach der Mahlzeit enthielt die Muskulatur bei zusätzlicher Koffeineinnahme gut 33 Prozent mehr Glykogen, fanden die Forscher um John Hawley von der RMIT University in Bundoora. Die Bildungsrate dieses Speicherzuckers im Muskel war zu diesem Zeitpunkt sogar um 66 Prozent erhöht, berichten sie im “Journal of Applied Physiology”.
Wenn man “mehr Brennstoff für das Training oder den Wettkampf am nächsten Tag vorrätig hat, wird man zweifelsohne schneller sein und länger durchhalten”, so Hawley. Die verabreichte Koffeindosis habe allerdings 5 bis 6 Tassen starken Kaffees entsprochen und könne daher wiederum den dringend benötigten Schlaf stören. Der Effekt gemäßigter Dosen, wie sie auch in Form von Tee, Limonade oder dunkler Schokolade genommen werden können, soll in weiteren Studien untersucht werden.
Hawley und Kollegen konnten 7 durchtrainierte Radfahrer für die Teilnahme an ihrer Studie gewinnen. Die Sportler stiegen mit vollständig geleerten Glykogenspeichern auf ein Fahrrad-Ergometer und kurbelten darauf bis zur Erschöpfung. Schließlich erhielten sie einen kohlenhydratreichen Trank serviert, der lediglich an einem von zwei Versuchstagen zusätzlich 8 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpermasse enthielt. In der folgenden Erholungsphase nahmen die Mediziner regelmäßig Proben von Blut und Muskelgewebe.
Erst vier Stunden nach der Mahlzeit stellte sich der Effekt des Koffeins ein. Neben der beschleunigten Glykogenbildung umfasste er höhere Blutzucker- und Insulinspiegel sowie eine stärkere Aktivierung von Signalproteinen, die die Aufnahme von Blutzucker in die Muskulatur fördern.
Forschung: David J. Pedersen, Garvan Institute of Medical Research, Sydney, New South Wales; John A. Hawley, Exercise Metabolism Group, School of Medical Sciences, RMIT University, Bundoora, Victoria; und andere
Veröffentlichung Journal of Applied Physiology, DOI 10.1152/japplphysiol.01121.2007
WWW:
Garvan Institute of Medical Research
Exercise Metabolism Research Group, RMIT University
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