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Chamäleon findet sein Heil im Ei

30. Juni 2008 23:00

Foto eines Chamäleons auf einem Ast; schlanke Echse mit Schädelkamm und nasenartig verlängerter Schnauzenspitze, graue Grundfarbe, grüne Querstreifen, weiße Längsstreifen Im Lebenszyklus vieler Tiere nehmen Phasen, die mit besonderen Risiken verbunden sind, nur wenig Raum ein. Auf die Spitze getrieben hat dieses Prinzip ein Chamäleon auf Madagaskar, haben amerikanische und madagassische Biologen entdeckt. Die Echsen leben nur ein Jahr - und verbringen den größten Teil davon im Ei.

Furcifer labordi, hier ein ausgewachsenes Männchen, verbringt 8 bis 9 Monate im Ei. Foto: Courtesy Christopher J. Raxworthy

“Eine solche Biographie erinnert eher an kurzlebige Insekten denn an typische Landwirbeltiere”, schreiben die Forscher um Kristopher Karsten von der Oklahoma State University in den “Proceedings of the National Academy of Sciences”. Treibende Faktoren bei ihrer Evolution könnten die extrem unterschiedlichen Jahreszeiten im Südwesten Madagaskars gewesen sein, aber auch die ausgeprägte innerartliche Aggression während der Paarungszeit.

Karsten und Kollegen kamen dem erstaunlichen Leben von Furcifer labordi im Rahmen mehrjähriger Studien auf die Schliche, die sie in der Nähe der Stadt Toliara durchführten. Das Untersuchungsgebiet ist von ausgedörrten Bäumen und Sträuchern geprägt und erhält seine spärlichen Niederschläge konzentriert in den Monaten Dezember bis Februar. Zu Beginn dieser “Regenzeit” schlüpfen die jungen Chamäleons beinahe zeitgleich aus ihren Eiern, beobachteten die Forscher.

In der Folge wachsen die Tiere derart rasch, dass sie binnen 40 Tagen ihre endgültige Kopf-Rumpf-Länge von maximal 12 Zentimetern erreicht haben. Kurze Zeit später setzt die Paarung ein und bis Anfang März haben sämtliche trächtigen Weibchen ihre Eier abgelegt. Nun folgt ein generelles Siechtum: Die Echsen magern ab, werden langsam und so schwach, dass sie nicht selten aus den Bäumen fallen. Spätestens Ende März besteht die Art nur noch aus Eiern, die die Trockenzeit im Boden überdauern und aus denen 8 bis 9 Monate später erneut kleine Chamäleons schlüpfen.

“Unsere Beobachtungen lassen vermuten, dass der notorisch frühe Tod von Chamäleons in Gefangenschaft ein Ausdruck ihrer natürlichen Lebensspanne sein könnte, zumindest bei einigen Arten”, schreiben Karsten und Kollegen.

Forschung: Kristopher B. Karsten und Stanley F. Fox, Department of Zoology, Oklahoma State University, Stillwater; Laza N. Andriamandimbiarisoa, Département de Biologie Animale, Université d’Antananarivo; Christopher J. Raxworthy, American Museum of Natural History, New York

Veröffentlichung PNAS, Vol. 105(26), pp 8980-4, DOI 10.1073/pnas.0802468105

WWW:
Kristopher Karsten, Oklahoma State University
Chamäleons
Life History of Stegocephalians

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