Spinnen spinnen zweckdienlich
25. Juni 2008 19:00 Drucken
Je nach ihrer körperlichen Verfassung, kann eine Spinne höchst unterschiedliche Netze anlegen. Das hat eine amerikanische Biologin bei einer nahen Verwandten der “Schwarzen Witwe” beobachtet. Die Netze satter Tiere besitzen eher einen Festungscharakter, während die Netze hungriger Tiere besonders viele Fangvorrichtungen aufweisen.
Schwarze Witwe. Foto: Steve Potwin /iStockphoto
Offenbar variierten die Spinnen ihr Netzbauverhalten, um dessen Funktion den vordringlichen Bedürfnissen anzupassen, schreiben Jacquelyn Zevenbergen und ihre Kollegen im Fachblatt “Animal Behavior”. “Selbst solche Spinnen, die ein relativ langlebiges Netz spinnen, scheinen Verhaltensplastizität gegen wechselnde Erfordernisse zu setzen.”
Die Forscherin studierte die in Nordamerika heimische Westliche Witwe (Latrodectus hesperus). Einige Tiere wurden täglich mit Insekten gefüttert, andere für eine Woche auf Diät gesetzt. Erstere produzierten ein wirres, aber dichtes dreidimensionales Geflecht aus Seidenfäden. Bei letzteren war das Netz dagegen in zwei Etagen unterteilt: zuoberst eine Art Baldachin, an dem sich die Hausherrin rasch entlanghangeln konnte, und darunter eine Batterie klebriger Fangfäden.
Die Netze des zweiten Typs verhalten den Spinnen zu einem deutlich höheren Fangerfolg, fanden Zevenbergen und Kollegen. Diese Unterschiede zeigten sich auch dann, wenn eine satte Spinne in das Netz einer hungrigen Artgenossin gesetzt wurde und umgekehrt.
Forschung: Jacquelyn M. Zevenberen, Nicole K. Schneider und Todd A. Blackledge, Department of Biology, University of Akron, Akron, Ohio
Online-Veröffentlichung Animal Behavior, DOI 10.1016/j.anbehav.2008.05.008
WWW:
Blackledge Laboratory, University of Akron
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