Forscher finden “unsichtbares” Gold
23. Juni 2008 13:52 Drucken
Bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Und auch der Umkehrschluss gilt, belegt eine Entdeckung australischer Geowissenschaftler. Ein dunkler Überzug auf Ablagerungen von Grundwassermineralien entpuppte sich bei ihren Untersuchungen als Ansammlung Millionstel Millimeter feiner Goldplättchen.
Die Gold-Nanopartikel könnten in einigen Regionen so häufig sein, dass sich ihr Abbau lohnt. Bild: CSIRO
“Diese Gold-Nanopartikel sind nicht bereits früher gefunden worden, weil sie Elektronenstrahlen passieren lassen und damit effektiv unsichtbar sind”, erklärt Robert Hough von der australischen Forschungsorganisation CSIRO. Die Plättchen seien teils nur 6 Nanometer dick, entsprechend 20 Lagen von Goldatomen. Bei herkömmlichen Untersuchungen per Elektronenmikroskop fielen sie daher nicht auf.
Hough und Kollegen führten ihre Untersuchungen im Süden Westaustraliens durch. Wie die Forscher im Fachblatt “Geology” schreiben, dürfte das sehr salzhaltige und saure Grundwasser in der Gegend für die Entstehung der Nanopartikel verantwortlich sein. Dieses löse zunächst Goldatome aus primären Goldvorkommen. Folge es in Trockenzeiten dem Verdunstungssog gen Erdoberfläche, würden diese Atome wieder in Klüften und anderen Hohlräumen abgelagert und fänden dabei zu den hauchdünnen Plättchen zusammen.
Solche Nanopartikel “sind wahrscheinlich eine häufige Form von Gold überall dort auf der Welt, wo ähnliche Rahmenbedingungen herrschen”, so Hough weiter. Tatsächlich enthält der von Klüften durchzogene Untergrund an dem westaustralischen Fundort beachtliche 59 Gramm Gold-Nanopartikel pro Tonne, fanden der Forscher und seine Kollegen. Ihrer Ansicht nach könnte die bemerkenswerte Mobilität der Goldatome helfen, neue Vorkommen zu finden und zu erschließen.
Forschung: Robert M. Hough und Ryan P. Noble, CSIRO Exploration and Mining, Cooperative Research Centre for Landscape Environments and Mineral Exploration, Perth, Western Australia; und andere
Veröffentlichung Geology, Vol. 36(7), pp 571-4, DOI 10.1130/G24749A.1
WWW:
CSIRO Exploration and Mining
Gold
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