Mehr Allergien bei Kindern in Straßennähe
13. Juni 2008 12:01
Je näher Kinder an einer stark befahrenen Straße aufwachsen, desto häufiger treten bei ihnen Allergien und verwandte Erkrankungen auf. Das haben deutsche Forscher im Rahmen einer Studie mit mehreren Tausend Kindern im Vorschulalter ermittelt. Mit sinkendem Abstand des Elternhauses von einer Hauptverkehrsstraße steigt das Erkrankungsrisiko demnach um etwa die Hälfte.
Foto: Gravicapa /stockxpert
Ein ähnlicher Zusammenhang ergibt sich, wenn man die Exposition gegenüber typischen Luftschadstoffen aus dem Straßenverkehr betrachtet, fanden Joachim Heinrich vom Helmholtz-Zentrum München und seine Kollegen. Während frühere Studien kein klares Bild gezeichnet hätten, seien die neuen Resultate starke Belege für die ungünstigen Effekte verkehrsbedingter Luftschadstoffe im Zusammenhang mit allergischen Erkrankungen, schreiben die Forscher im “American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine”.
Heinrich und Kollegen analysierten die Daten von 2.860 vierjährigen bzw. 3.061 sechsjährigen Kindern aus dem Großraum München, deren Werdegang seit der Geburt verfolgt wurde. Dazu gehörten unter anderem Befragungen der Eltern sowie medizinische Untersuchungen. Zudem berechneten die Forscher, in welcher Entfernung zur nächsten Hauptverkehrsstraße die Kinder lebten und - auf der Basis mehrmaliger Schadstoffmessungen - in welchem Maße sie dort Feinstaubpartikeln (PM2.5) und Stickstoffdioxid ausgesetzt waren.
Asthmatische Bronchitis, Heuschnupfen, Ekzeme und allergische Sensibilisierung waren bei Kindern, die höchstens 50 Meter entfernt von einer größeren Straße wohnten, bis zu 50 Prozent häufiger als bei Altersgenossen mit mehr Abstand, ergab die statistische Analyse. Mit der Feinstaub-Exposition stieg das Risiko für Bronchitis und eine Sensibilisierung gegenüber Pollen, während die Stickstoffdioxid-Exposition mit dem Ekzem-Risiko verknüpft war.
Forschung: Verena Morgenstern, Anne Zutavern und Joachim Heinrich, Institut für Epidemiologie, Helmholtz-Zentrum München, und Dr. von Haunersches Kinderspital, Ludwig-Maximilians-Universität München; und andere
Veröffentlichung American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, Vol. 117(12), pp 1331-7, DOI 10.1164/rccm.200701-036OC
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Institut für Epidemiologie, Helmholtz-Zentrum München
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