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Kurzmeldungen am Donnerstag, 22.5.2008

Donnerstag, 22. Mai 2008, 17:22 • Rubrik Kurzmeldungen.

Proteine in Mitochondrien, MPI Ein neues Fluoreszenzmikroskop blickt tief in lebende Zellen. Ist das Nördliche Weiße Nashorn ausgestorben? Am Rande Canberras werden Hunderte Riesenkängurus eingeschläfert, weil sie die letzten verbliebenen natürlichen Grasflächen Australiens überweiden. Und: Heute vor acht Jahren.

Foto: Auf dieser Zwei-Farben-Aufnahme lassen sich zwei mitochondriale Proteine (rot und grün) gleichzeitig in der Zelle betrachten. Bild: Schmidt & Egner / MPIbpc

Mit einem neuen Fluoreszenzmikroskop lässt sich jetzt in 3D-Auflösung tief in das Innere von Zellen hinein schauen. Das am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen entwickelte Gerät erreicht eine Auflösung von unter 45 Nanometern in allen drei Raumrichtungen. Gegenüber herkömmlichen Lichtmikroskopen kann es 5-fach besser in die Bildebene und mehr als 10-mal schärfer in die Tiefe schauen. Mit ihrem “Nanoskop” können die Forscher u.a. Proteine untersuchen, die im Inneren von Zell-Organellen wie Mitochondrien verborgen sind. In diese zelleigenen Kraftwerke von nur etwa 200 bis 400 Nanometer Größe konnte bisher kein Mikroskop blicken, ohne die Zelle dabei zu zerstören. (MPI für biophysikalische Chemie)

Das Nördliche Weiße Nashorn (Ceratotherium simum cotton) scheint aus seinem letzten Reservat im kongolesischen Garamba Nationalpark verschwunden zu sein. Seit etwa zwei Jahren existierten noch zehn Tiere in der Wildnis, doch eine Bestandsaufnahme hat jetzt keines mehr vorgefunden. “Es kann sein, das noch ein oder zwei Tiere irgendwo im Busch verborgen waren und unserer Untersuchung durch die Lappen gegangen sind, doch das macht realistisch gesehen auch keinen großen Unterschied mehr,” sagt Pete Morkel von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Spurensucher am Boden hatten mit Unterstützung eines Flugzeugs und eines Helikopters wochenlang nach den Nashörnern Ausschau gehalten. Garamba beherbergte einst zahlreiche weiße Nashörner, die jedoch durch großflächige Wilderei in den letzten 80er Jahren stark dezimiert wurden. Bis zum Jahr 2003 hatte sich der Bestand zwar auf rund 40 Tiere stabilisiert, doch fielen diese Wilderern zum Opfer, die aus dem Sudan nach Garamba eindrangen. Jetzt existieren noch neun Exemplare in zwei Zoos in San Diego (Kalifornien) und Dvur Kralove (Tschechische Republik). Von ihnen ist kein ausreichender Nachwuchs zu erwarten, denn in zehn Jahren wurde lediglich ein einziges Jungtier geboren. (FZG)

Mehrere hundert Kängurus lässt das australische Verteidigungsministerium am Rande der Hauptstadt Canberra einschläfern. Die Tiere leben in abgeschlossenen Militärgebieten, die ein idelaes Refugium für die Östlichen Grauen Riesenkängurus (Macropus giganteus) bilden. Die Grasflächen dort sind mittlerweile völlig überweidet – mit Konsequenzen für andere Tierarten: Die Flächen zählen zu den wenigen verbliebenen natürlichen Grasflächen Australiens und sind damit auch eine der übrig gebliebenen Reservate für bedrohte Tierarten wie die Sonnenmotte oder den Ohrlosen Graslanddrachen, eine der seltensten Eidechsenarten überhaupt. Etwa 400 der rund 600 Kängurus auf dem 200 Hektar großen Militärgebiet werden in den nächsten Tagen betäubt und anschließend eingeschläfert. Eine Umsiedlung hatte die Regierung als zu teuer abgelehnt. Die Aktion hätte außerdem das Problem nur verlagert, schätzen Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Sie untersuchen vor Ort seit mehreren Jahren, welche Folgen Landschaftszerschneidung und Nutzungsänderungen auf die Artenvielfalt haben. (UFZ)

Jahrestag: Heute vor acht Jahren beschlossen die Delegierten der 5. Weltkonferenz zur Biologischen Vielfalt in Nairobi, den 22. Mai zum “Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt” zu erklären. Ursprünglich lag das Datum auf dem 29. Dezember, weil am 29.12.1993 die Biodiversitäts-Konvention der UN in Kraft trat. Als Aktionstag erschien ein Datum zum Jahresende aber ungünstig gelegen. (Biodiversitäts-Konvention: Wikipedia)


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