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Weihrauch entspannt Mäuse

Mittwoch, 21. Mai 2008, 12:52 • Rubrik Chemie, Kultur, Medizin.

Foto zeigt Brocken gelb glänzenden Harzes Nicht von ungefähr wird Weihrauch seit Menschengedenken bei den verschiedensten Zeremonien eingesetzt, glauben israelische Mediziner. Bei ihren Experimenten beobachteten sie, dass eine in dem Harz enthaltene Substanz bei Mäusen einen angstlösenden Effekt hat.

Foto: snotch/wikimedia.org

Vermittelt wird dieser Effekt durch einen Ionenkanal, der bislang vornehmlich aus der Haut bekannt war, berichten die Forscher um Raphael Mechoulam von der Hebräischen Universität Jerusalem im “FASEB Journal”. Die Tatsache, dass dieses Kanalprotein auch im Gehirn vorhanden sei und die Stimmung beeinflusse, mache es zu einem möglichen Ansatzpunkt für Therapien gegen Angstzustände und Depression. Ein entsprechendes Patent hat die Universität bereits beantragt.

Erst kürzlich hatten Mechoulam und Kollegen berichtet, dass das Diterpenoid Incensolacetat, isoliert aus dem Harz der Weihrauchbaums Boswellia carterii, einen entzündungshemmenden Effekt bei Mäusen entfaltet. Zudem fiel ihnen ein angstlösender Effekt auf, den sie nun zu dem Ionenkanal TRPV3 zurückverfolgen konnten.

Der Kanal lässt auf einen entsprechenden Reiz hin elektrische geladene Teilchen durch die Zellmembran passieren. Auf diese Weise trägt er zur Funktion der Wärmerezeptoren in der Haut bei. Das zugehörige Gen wird auch im Gehirn abgelesen. Ob und welche Rolle der Kanal dort spielt, war jedoch unbekannt.

Die Gabe von Incensolacetat machte die Mäuse nicht nur “entspannter”, sondern veränderte auch die Genaktivität in verschiedenen Hirnregionen, ermittelten die Forscher. Bei Mäusen ohne intaktes TRPV3-Gen blieben dagegen beide Effekte aus. Umgekehrt hatte Incensolacetat keinerlei Wirkung auf eine Palette weiterer Ionenkanäle.

Diese Resultate “lassen vermuten, dass TRPV3-Kanäle im Gehirn an der Kontrolle des emotionalen Zustands beteiligt sind”, folgert die Gruppe. “Darüber hinaus könnte die biochemische und pharmakologische Wirkung des Incensolacetat eine biologische Basis für tief verwurzelte, kulturelle und religiöse Traditionen liefern.”

Forschung: Arieh Moussaieff, Esther Shohami und Raphael Mechoulam, Department of Medicinal Chemistry and Natural Products und Department of Pharmacology, School of Pharmacy, Hebrew University Jerusalem; und andere

Veröffentlichungen FASEB Journal, DOI 10.1096/fj.07-101865; Journal of Cerebral Blood Flow & Metabolism, DOI 10.1038/jcbfm.2008.28

WWW:
School of Pharmacy, Hebrew University of Jerusalem
Weihrauch
Heat, Cold, and Pain

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