Posted in: Gesundheit, Medizin 8. Mai 2008 12:06 Weiter lesen →

Mehrsprachigkeit hält geistig jung

3 Grafiken zeigen Blicke von links auf das Hirn, darin mit roten bis gelben Farbtönen markiert unterschiedliche Aktivierungsgrade in verschiedenen Regionen Wer mehr als ein Sprache gelernt hat, bleibt im Alter länger geistig fit. Entsprechende Resultate hat eine israelische Forscherin im Rahmen einer Studie mit 814 Senioren erhalten. Je stärker sich diese mit dem Erlernen neuer Sprachen beschäftigt hatten, desto besser war ihre geistige Leistungsfähigkeit.

Beim Denken an und Hören bzw. Aussprechen von Wörtern werden verschiedene Hirnregionen
besonders stark aktiviert. Bilder: NIH-National Institute on Aging

Dieses Ergebnis stehe im Einklang mit der Theorie, dass ein gut trainiertes Hirn altersbedingte Veränderungen besser kompensieren könne, erklärt Gitit Kavé von der Universität Tel Aviv. Zwar ließen sich solche Effekte nicht völlig vermeiden. „Eine zweite oder dritte Sprache könnten die Zahl der guten Jahre jedoch erhöhen“, so die Forscherin.

Kavé und Kollegen analysierten Testresultate von durchschnittlich 83 Jahre alten Frauen und Männer. Diese waren im Jahr 1989 erstmals und in den folgenden zwölf Jahren zwei weitere Male befragt und untersucht worden.

Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und geistiger Fitness. Unabhängig davon ging auch das Erlernen einer zweiten oder sogar dritten Sprache mit besseren Testergebnissen einher, berichtet die Gruppe im Fachblatt „Psychology and Aging“. Besonders ausgeprägt war der Sprach-Effekt, wenn die Studienteilnehmer eine zusätzliche Sprache mittlerweile besser beherrschten als ihre Muttersprache.

Andere Studien hatten bereits ähnliche Hinweise auf einen „Trainingseffekt“ geliefert. Der eindeutige Beleg für eine Ursache-Wirkungs-Beziehung stehe aber noch aus, betont Kavé. Möglicherweise erleichterten bislang nicht identifizierte Faktoren einem Menschen das Lernen von Sprachen und schützten ihn gleichzeitig vor dem Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter. Das Erlernen einer neuen Sprache sei aber in jedem Fall und in jedem Alter eine gute Idee, so die Forscherin.

Forschung: Gitit Kavé, Nitza Eyala, Aviva Shorek und Jiska Cohen-Mansfield, Herczeg Institute on Aging und Department of Health Promotion, Tel-Aviv University, Tel-Aviv, und Department of Education and Psychology, Open University, Raanana

Veröffentlichung Psychology and Aging, Vol. 23(1), pp 70-8, DOI 10.1037/0882-7974.23.1.70

WWW:
Faculty of Medicine, Tel-Aviv University
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