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Emotionen aus heiterem Himmel

29. April 2008 |

Angst _300 Menschen können Emotionen empfinden, ohne sich der Ursache bewusst zu sein. Entsprechende Resultate präsentiert ein niederländisches Forscherduo im Fachblatt “Psychological Science”. Nachdem ihre Versuchsteilnehmer unbewusst ein Ekel erregendes Bild gesehen hatten, wiesen sie eine entsprechende Stimmung auf und ließen sich nur ungern auf kulinarische Experimente ein.

Foto: rob Glemas /Fotolia

Nach einem Furcht erregenden Bild schreckten die Probanden dagegen vor der Aussicht auf einen Gruselfilm zurück, berichten Kirsten Ruys und Diederik Stapel von der Universität Tilburg. Ihrer Ansicht nach sind unterbewusst ausgelöste Emotionen aus der Perspektive der Evolution auch sinnvoll: “Man lebt wohl länger, wenn man beim Anblick eines brummenden Bären erstarrt, ohne dass man sich dafür der Situation bewusst sein muss.”

Ruys und Stapel führten ihre Experimente mit insgesamt 100 Studierenden durch. Diese sollten vorgeblich nur erkennen, auf welcher Seite eines Bildschirms ein Lichtblitz erschien und die entsprechende Taste drücken. Tatsächlich handelte es sich bei den Blitzen um Fotos eines tollwütigen Hundes oder einer völlig verdreckten Toilette, die für 40 bzw. 120 Millisekunden eingeblendet wurden - zu kurz für ein bewusstes Erkennen der Motive.

Des ungeachtet hatten die Fotos Einfluss auf die Stimmung der Teilnehmer. Nach den etwas längeren Einblendungen bildeten diese häufiger mit Furcht bzw. Ekel assoziierte Wörter als Teilnehmer, die das Foto eines Pferdes gesehen hatten. Sollten sie ihre Stimmungslage beschreiben, zeigte sich eine klare Tendenz zu der entsprechenden Emotion. Und entsprechend war ihre Präferenz, wenn sie vor die Wahl gestellt wurden, an einem Test mit “seltsamem Essen” oder an einem Test mit einem “gruseligen Film” teilzunehmen. Nach den kürzeren Einblendungen zeigte sich immerhin noch ein Trend zu einer negativen Grundstimmung.

Forschung: Kirsten I. Ruys und Diederik A. Stapel, Tilburg Institute for Behavioral Economics Research, Universiteit van Tilburg

Veröffentlichung Psychological Science, Vol. 19(4), pp 385-91, DOI 10.1111/j.1467-9280.2008.02097.x

WWW:
Tilburg Institute for Behavioral Economics Research
The Amygdala and Its Allies

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