Kurzmeldungen am Freitag, 25.4.08
25. April 2008 |
Heute dreimal “Science”: Unsere empfindliche Ozonschicht darf nicht mit Sulfaten “geimpft” werden, warnen Atmosphärenforscher. Der T. Rex steht den Vögeln näher als anderen modernen Tieren, beweist ein Proteinvergleich. Neue Hemmstoffe versprechen wirksamere Alzheimer-Medikamente. Und: Heute vor 55 Jahren.
Illustration: ESA
Wenn man die Erdatmosphäre mit Sulfaten anreichert, ließe sich vielleicht die globale Erwärmung abbremsen. Doch diesem Vorschlag von Nobelpreisträger Paul Crutzen haben Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und Kollegen des National Center for Atmospheric Research in Boulder jetzt eine klare Absage erteilt. Die Sulfate würden die vor UV-Strahlung schützende Ozonschicht an den Polen gravierend schädigen, warnen sie im Magazin “Science”. Ihren Berechnungen nach würden Sulfatpartikel die Ozonschicht in der polaren Stratosphäre zwischen 10 und 25 Kilometer Höhe chemisch so verändert, dass es zu einer rapiden Ozonzerstörung käme. Die derzeit nur langsam fortschreitende Regeneration der Ozonschicht würde um 30 bis 70 Jahre verzögert. Der künstliche Eintrag von Millionen Tonnen Sulfat in die Atmosphäre käme Vulkanausbrüchen gleich, so die Forscher. Besonders riskant wäre es, wenn sich nach einem künstlichen Eintrag noch ein größerer natürlicher Vulkanausbruch ereignete. (Science)
Dass Dinosaurier die Urahnen der Vögel sind, belegen zahlreiche fossile Funde. Die These wird jetzt auch durch einen Proteinvergleich zwischen einem Tyrannosaurus rex und modernen Tieren gestützt. Mit einer neuen Methode konnten US-amerikanische Forscher erstmals Kollagen aus 68 Millionen Jahre alten T. Rex-Knochen aus dem US-Bundesstaat Montana gewinnen. Die Eiweißstrukturen verglichen sie mit jenen von 21 heutigen Tieren, darunter Echsen, Elefanten, Strauße und Hühner. Die 89 Aminosäuren, welche aus den Dino-Proteinen isoliert werden konnten, stehen demnach jenen von Vögeln deutlich näher als anderen Tieren. Ergänzende Analysen von Mastodon-Proteinen belegen außerdem die enge Verwandtschaft dieser ausgestorbenen Rüsseltiere mit den Elefanten. (Science)
Die Alzheimersche Krankheit lässt sich bisher nicht behandeln, sondern bestenfalls mildern. Hoffnung verspricht jedoch ein neuer Ansatz, den Forscher der Technischen Universität Dresden und des Dresdner Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) jetzt vorgestellt haben. Es gelang ihnen, neuartige Hemmstoffe gegen einen der wichtigsten Auslöser der Krankheit, das Enzym Beta-Sekretase, zu steuern. Ersten Experimenten zufolge sind die Hemmstoffe um ein Vielfaches effektiver als die bisher auf dem Markt erhältlichen. Bei Versuchstieren, in denen Alzheimer simuliert wurde, konnte mit dem neuartigen Hemmer die Bildung von Beta-Amyloid in nur vier Stunden auf die Hälfte reduziert werden. Die Forscher erwarten ein großes Potenzial für die Entwicklung wirksamerer Medikamente gegen Alzheimer. (Science)
Jahrestag: Heute vor 55 Jahren veröffentlichten Francis Crick und James Watson ihre Entdeckung der Doppelhelixstruktur der DNA. (Wikipedia)



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