Gelegenheit macht Freunde
22. April 2008 |
Ob zwei Menschen Freunde werden, hängt nicht allein von ihren Persönlichkeiten und Interessen ab. Das demonstriert ein elegantes Experiment Leipziger Psychologen. Setzten sie zwei Studierende ein einziges Mal nach dem Zufallsprinzip nebeneinander, hatten diese ein Jahr später relativ häufig Freundschaft geschlossen.
Beste Ausgangsbedingungen. Foto: Uni Leipzig
“Personen, die bei ihrer ersten Begegnung nebeneinander oder auch nur in einer Reihe gesessen hatten, waren nach einem Jahr stärker miteinander befreundet”, fasst Mitja Back von der Universität Leipzig die Resultate zusammen. Dieses Resultat stehe im Einklang mit der Vermutung, zufällige Nähe beim ersten Kennenlernen beeinflusse die langfristigen sozialen Entscheidungen eines Menschen. “Im gewissen Ausmaß lässt sich die Wahl unserer Freunde also tatsächlich per Los bestimmen”, so der Forscher.
Bach und Kollegen spannten 54 Psychologie-Erstsemester für ihre Studie ein. Den Studierenden wurden in einer Einführungsveranstaltung zufällige Sitzplätze zugewiesen. Anschließend stellten sie sich der Reihe nach ihren Kommilitonen vor. Diese mussten sofort bewerten, wie sympathisch ihnen der oder die Vorgestellte war und ob sie ihn oder sie gerne näher kennen lernen würden. Eine erneute Befragung nach einem Jahr offenbarte dann den bemerkenswerten Zusammenhang zwischen Nähe und Freundschaft, berichten die Forscher in der kommenden Ausgabe des Fachblatts “Psychological Science”.
Forschung: Mitja D. Back, Stefan C. Schmukle und Boris Egloff, Institut für Psychologie II, Universität Leipzig
Veröffentlichung Psychological Science, Vol. 19(5), pp 439-40
WWW:
Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik, Uni Leipzig
Der Trugschluss von der Liebe
Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Männer und Frauen vertrauen unterschiedlich
Sozialer Ausschluss “schmerzt” tatsächlich



Antikörper