Ältester lebender Baum ist 9550 Jahre alt
Mittwoch, 16. April 2008, 18:58 • Rubrik Biologie.
Den ältesten noch lebenden Baum der Welt wollen schwedische Forscher entdeckt haben: Sie datierten eine in der Region Dalarna stehende Fichte auf ein Alter von 9.550 Jahren. Amerikanische Kollegen sollen mit Hilfe der Radiokarbon-Datierung das Alter des Baumes bestätigt haben.
Foto: Leif Kullman, Umeå Universität
Die Provinz Dalarna – auf deutsch “die Täler” – liegt als waldreiche Berglandschaft in der Mitte Schwedens. Die zähe Fichte habe dort vermutlich lange Zeit im Schutz höherer Bäume und Büsche gestanden und so die Klimawechsel der Jahrtausende überlebt, vermuten die Forscher.
Bisher wurden die Fichten von schwedischen Biologen als vergleichsweise junge Einwanderer angesehen. “Unsere Ergebnisse zeigen jetzt das genaue Gegenteil”, sagt Leif Kullman von der Umeå Universität, “die Fichte gehört tatsächlich zu den ältesten bekannten Bäumen der Region.”
Unter der Fichte entdeckten die Forscher drei weitere “Generationen”, die offenbar kleinwüchsige Ableger des ältesten Baumes sind. Diese sind 375, 5.660 und 9.000 Jahre alt. Genetisch handle es sich um identische Klone des ältesten Exemplares, sagen die Biologen.
Zwischen Lappland im äußersten Norden Schwedens und Dalarna soll es etwa 20 Fichten geben, die über 8.000 Jahre alt sein könnten. Bisher galten nordamerikanische Kiefern mit einem Alter zwischen 4.000 und 5.000 Jahren als die ältesten noch lebenden Bäume der Welt.
Vor rund 10.000 Jahren waren die schwedischen Sommer deutlich kälter als heutzutage. Allein in den letzten hundert Jahren stieg die Temperatur in den Bergregionen um rund 1 Grad Celsius. Das vergleichsweise milde Klima helfe den Fichten jetzt, sich schneller auszubreiten, so die Forscher. Von der weiteren Untersuchung der alten Bäume versprechen sie sich wertvolle Informationen über den Klimawandel.
Forschung: Leif Kullman, Department of Ecology and Environmental Science, Umeå University
WWW:
Homepage Kullman
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hallo,
was mich stutzig macht, ist die Tatsache, dass das Gebiet stark bewaldet sein soll. Weit und breit ist kein Baum zu sehen. Was ist dort passiert, dass nur ein einziges Exemplar zu finden ist, das auch noch das phänomenale Alter von 9550 Jahren aufweist?
Der Baum sieht nicht gerade gewaltig aus. Wie konnte er Wind und Wetter ausgesetzt überleben?
MfG, Gaby Zöllner-Glutsch
Das Foto oben zeigt NICHT den 9600 Jahre alten Baum. Wenn man sich den Originalartikel (leider auf Sschwedisch: http://sbf.c.se/www/pdf/99%286%29/Kullman.pdf) durchliest, dann hat das oben gezeigte Bild (eine Fichte) nichts mit dem bereits abgestorbenen, 9600 Jahre alten Baumresten einer Kiefer (Foto in dem Originalartikel auf Seite 323) zu tun.
So weit ich das verstanden habe, wurde der 9600 Jahre alte Baumstubben freigelegt, nachdem auf Grund der Klimaerwärmung die Torfschicht, in der der Baumstubben eingebettet war, nach und nach zersetzt wurde.
In dem gesamten Artikel geht es hauptsächlich um die Auswirkung der Klimaerwärmung auf das Wachstum der Bäume in dem Untersuchungsgebiet.
Das Bild oben zeigt eine buschartig wachsende Fichte, die im Zuge der Klimaerwärmung in die Lage versetzt worden ist, einen Stamm auszubilden. Vor Beginn der Klimaerwärmung war dies nicht möglich, da im Winter die Stammteile, die sich oberhalb der Schneedecke befanden, regelmäßig abgefroren sind. An der Höhe des buschig wachsenden Teils der Fichte kann man die durchschnittliche Schneehöhe ablesen, die am Standort des Baumes im Winter liegen.