Kurzmeldungen am Dienstag, den 15.4.08
15. April 2008 |
Die Korallen des Bikini-Atolls haben sich von den Atombomben-Abwürfen der 1950er Jahre erholt. Das Modell eines Wundpatienten soll angehende Pflegekräfte sensibilisieren. Und: Heute vor 2144 Jahren.
Gesunde Fische und Korallen bevölkern heute wieder das Bikini-Atoll. Foto: James Cook University, Australia
Rund 50 Jahre nach den US-amerikanischen Atombomben-Tests am Bikini-Atoll sind dort wieder gesunde Fische und Korallenriffe anzutreffen. Das berichten australische Meeresforscher, die das Gebiet gemeinsam mit deutschen und italienischen Kollegen untersucht haben. Bis zu acht Meter hohe Korallen haben sich beispielsweise im so genannten Bravo Crater angesiedelt, der entstand, als die US-Marine 1954 die größte jemals oberirdisch getestete Bombe zündete. Die 15 Megatonnen-Bombe mit der tausendfachen Kraft der Hiroshima-Bombe zerstörte drei Inseln, erhitzte das Meer auf 55.000 Grad und hinterließ einen zwei Kilometer breiten und 73 Meter tiefen Krater. Offenbar besitze der Pazifische Ozean ein enormes Potenzial zur Regeneration, so die Forscher.
Allerdings suchten sie vergeblich nach 42 Arten, die es vor den Atombomben-Abwürfen am Bikini-Atoll nachweislich gegeben hat. Das Aussterben von mindestens 28 der sensibelsten Arten sei direkt auf die Bombentests zurückzuführen, schätzen die Meeresforscher. Zwischen 1946 und 1958 wurden am Bikini-Atoll 23 Atombomben gezündet. Obwohl die radioaktive Strahlung auf dem Bikini-Atoll mittlerweile nicht mehr direkt lebensgefährlich ist, sind die Pflanzen auf den Inseln für den Verzehr zu stark kontaminiert. Für Menschen bleiben die Inseln unbewohnbar. (James Cook University / Marine Pollution Bulletin)
Den Umgang mit Wundpatienten lernen angehende britische Pflegekräfte bisher nur anhand von Filmen und Fotos. Künftig steht ihnen zusätzlich “George” zur Verfügung, das lebensgroße Modell eines potenziellen Patienten, an dem verschiedene Wunden und Druckgeschwüre nachgebildet wurden. Den Patienten hat die angehende Produktdesignerin Tina Moore in Absprache mit der Ausbilderin Julie Vuolo entwickelt. „George“ soll dem Pflegenachwuchs ein realistisches Bild chronischer Wunden vermitteln sowie Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen gegenüber betroffenen Patienten verstärken. (Hertfordshire Intensive Care & Emergency Simulation Centre)
Tina Moore (links) und Julie Vuolo präsentierten “George”. Foto: University of Hertfordshire
Jahrestag: Heute vor 2144 Jahren kam es über Babylon zu einer totalen Sonnenfinsternis. Weil genaue Aufzeichnungen über dieses Ereignis vorliegen, konnten Astronomen daraus die seitdem eingetretene Verlangsamung der Erdrotation berechnen. (Wikipedia)



Antikörper