Kurzmeldungen am Dienstag, 8.4.08
8. April 2008 |
Lampen mit weißen organischen Leuchtdioden sind marktreif. Wie Pflanzen ihre Blätter mit Giften anreichern, können Forscher jetzt in pflanzlichen “Landkarten” darstellen. Im Zentrum Oxfords glauben Archäologen, auf ein Massengrab aus dem frühen Mittelalter gestoßen zu sein. Und: Heute vor 224 Jahren.
Fotos: Siemens
Organische Leuchtdioden will Osram ab März 2009 in den Handel bringen. Das Unternehmen kündigte Kacheln aus weißen organischen Leuchtdioden (OLED) an, die pro Quadratmeter bei unter 10 Watt Verbrauch eine Lichtausbeute von 500 Lumen haben. Das entspricht in etwa dem Lichtstrom einer 40 Watt Glühlampe. Die Lebensdauer wird mit “mehr als 5000 Stunden” angegeben.
Die Dioden bestehen aus Kunststoffen, die leuchten, wenn sie von elektrischen Strömen durchflossen werden. Als Kacheln könnten sie künftig in Trennwände oder Decken verbaut werden. Osram hat auch eine OLED-Kachel entwickelt, die zu 55 Prozent transparent ist. Die Entwickler hoffen, die Transparenz auf bis zu 75 Prozent steigern zu können. Weil derartige Leuchtkörper in beide Richtungen strahlen, wären sie als Lichtquellen in Räumen sehr variabel einsetzbar.
Auf der Messe light+building zeigte Osram jetzt den Prototypen einer Leuchte, die aus zehn OLED-Elementen mit jeweils 13 mal 3 Zentimetern besteht (siehe Foto).Sie wurde vom Lichtdesigner Ingo Maurer entworfen, ist mit 20 Lumen pro Watt und einer Lebensdauer von nur 2000 Stunden aber eher ein Designobjekt denn eine alltagstaugliche Lichtquelle. (Osram)
Obwohl sich die Blätter der Ackerschmalwand durch Gifte - so genannte Glucosinolate - schützen, schreckt das nicht alle Fressfeinde ab: Die Raupen des Nachtfalters Helicoverpa amigera etwa knabbern gezielt nur dort, wo die geringsten Mengen an Giftstoffe vorkommen. Mittels Massenspektrometrie haben Max-Planck-Forscher aus Jena jetzt erstmals die Verteilung des Giftes innerhalb eines Blattes sichtbar machen können. Die Blätter wurden dazu mit einer UV-absorbierenden Matrix eingesprüht, die ausgewählte Moleküle in Pflanzenzellen binden kann. Nachfolgend wurden die Blätter mit einem Laserstrahl abgetastet, die gebundenen Moleküle bestimmt und deren Konzentration gemessen. Ein Computer setzt die Daten in eine Blatt-”Landkarte” um. Die Methode kann auch die Verteilung anderer Moleküle sichtbar machen, beispielsweise Herbizide oder Zucker, in tierischen Geweben auch Peptide oder Drogen. (Max-Planck-Institut für chemische Ökologie)
Ein Massengrab mit mindestens 12 Leichen im Zentrum von Oxford gibt Archäologen Rätsel auf. Da die Toten unbekleidet begraben wurden, fällt eine Datierung noch schwer. Aus dem Zustand der Überreste schließen die Forscher, dass die jungen Männer im frühen Mittelalter ums Leben kamen. Knochen des ersten Toten waren bei Bauarbeiten aus nur 80 Zentimetern Tiefe ans Tageslicht gekommen. Mindestens 12 Leichen legten drei Archäologen mittlerweile frei. Sie erwarten weitere Funde im Laufe der Grabung. Es könne sich um Kriegstote handeln, möglicherweise auch um hingerichtete Verbrecher, spekulieren die Archäologen. (Oxford Mail)
Jahrestag: Heute vor 224 Jahren entdeckte der deutsch-britische Astronom Wilhelm Herschel gleich vier bisher unbekannte Galaxien: Messier 91 und NGC 4419 im Sternbild Haar der Berenike, NGC 4438 im Sternbild Jungfrau und NGC 3628 im Sternbild Löwe. (Wikipedia)



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