Kurzmeldungen am Montag, 7.4.08
7. April 2008 |
Die Winterfütterung von Vögeln ist nicht für alle Arten vorteilhaft. Abgase aus der Schifffahrt begünstigen im Zusammenspiel mit Seeluft die Bildung von Ozon. Nach hundert Jahren ist der erste Luchs wieder nach Italien eingewandert. Und: Heute vor sieben Jahren.
Blaumeise. Foto: Willi Schmitz /iStockphoto
Im Winter Vogelfutter zu streuen, begünstigt viele Arten. Mehr Vögel überleben die kalten Monate und viele fangen früher an zu brüten. Das haben Ökologen der Queen’s University Belfast an nordirischen Blaumeisen nachgewiesen: An fünf Standorten fütterten sie die Meisen den Winter hindurch mit Erdnüssen, während fünf Vergleichsgruppen an anderen Orten sich mit dem begnügen mussten, was sie in der Natur vorfanden. Die Erdnussfresser brachten im folgenden Frühjahr mehr Nachwuchs zur Welt, so die Forscher. Ein verfrühtes Brüten könne aber auch schädlich sein, wie Beobachtungen bei Florida-Buschhähern zeigten. Dort brüteten die auch im Winter gut genährten Vögel ihre Küken so früh aus, dass sie für diese noch kein geeignetes Futter finden konnten. Angesichts solch stark gegensätzlicher Auswirkungen könne keine generelle Empfehlung zur Winterfütterung gegeben werden. (ScienceNow)
Seeluft kann schädlich sein - zumindest, wenn sich in die salzige Brise Abgase aus dem Schiffsverkehr und den Küstenstädten mischen. US-amerikanische Klimaforscher konnten mit Hilfe eines neuen Massenspektrometers nachweisen, dass sich Substanzen der Seeluft mit den Emissionen zu Nitrylchlorid verbinden, welches die Entstehung von Ozon fördert. Vor der US-amerikanischen Südostküste ermittelten die Forscher in der Nähe großer Küstenstädte erhöhte Nitrylchlorid-Werte in der Seeluft. Die Messwerte hätten Modellrechnungen um das Zwanzigfache übertroffen. (New Scientist / Nature Geoscience)
Der Luchs ist wieder in den italienischen Alpen unterwegs. Hundert Jahre nach der Ausrottung der Art meldete die südtiroler Regierung, ein Luchs sei aus der Schweiz über das Pejo-Tal eingewandert. Das Tier wurde anhand seines elektronischen Halsbandes identifiziert, welches ihm schweizer Forscher im Februar verpasst hatten. Die Luchse der Alpenregion, einst von Jägern ausgerottet, werden seit rund 30 Jahren wieder in den schweizer Alpen angesiedelt. Dort gibt es nach Aussage der Naturschutzorganisation WWF inzwischen wieder rund 100 Exemplare. Die Luchse jagen kleine Säuger und Wild und fangen Fische. Für Mensch und Viehhaltung bestehe keine Gefahr, so die südtiroler Behörden. (BBC)
Jahrestag: Heute vor sieben Jahren startete die Sonde Mars Odyssey zu ihrer Mission, den roten Planeten zu erforschen. Ursprünglich sollte sie nur von Februar 2002 bis August 2004 um den Mars kreisen. Dank ihres guten Zustandes konnte die Mission aber bis heute wiederholt verlängert werden. U.a. sammelt Mars Odyssey Daten für eine globale Karte der chemischen Elemente auf der Oberfläche des Planeten und fahndet nach Wasser. (Wikipedia / Mars Odyssey Homepage)



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