Posted in: Gesundheit, Psychologie 4. April 2008 12:29 Weiter lesen →

Nickerchen für das Gedächtnis

Foto: Zwei schlafende Seeelefanten, aneinander geschmiegt, von vorne gesehen Schon kurzer Schlaf hilft beim Einprägen neuer Information, haben Düsseldorfer Psychologen zeigen können. Bei ihren Experimenten konnten die Teilnehmer eine Wortliste deutlich besser rezitieren, wenn sie zwischen Lernen und Abfragen lediglich 6 Minuten geschlafen hatten.

Viele Tiere schlafen, allerdings nicht unbedingt so ausführlich wie erwachsene Menschen. Foto: Commander Richard Behn, NOAA Corps

Dieses Resultat sei umso interessanter, als die ausgedehnten Schlafperioden erwachsener Menschen eher die Ausnahme darstellten, erklärt Olaf Lahl von der Universität Düsseldorf. „Die meisten Tiere, und zum Beispiel auch Säuglinge, sind polyphasische Schläfer. Das heißt, sie schlafen öfter und kürzer.“

Lahl und Kollegen begannen ihr Experiment mit 26 gesunden, jungen Erwachsenen. Diese hatten 2 Minuten Zeit, sich eine Liste mit 30 Adjektiven einzuprägen. Es folgte eine einstündige Pause, die einige Probanden im Schlaflabor verbrachten, während die übrigen sich die Zeit mit Computerspielen vertrieben. Letztere konnten sich hernach an durchschnittlich 6,5 Wörter erinnern, erstere brachten es nach rund 40 Minuten Schlaf auf 8,1 Wörter, berichten die Forscher im „Journal of Sleep Research“.

Um mehr über die Rolle der Schlafdauer herauszufinden, wiederholten die Forscher das Experiment mit 18 neuen Probanden. Alle wurden sowohl nach einer schlaffreien Pause als auch nach 6 bzw. 40 Minuten Schlaf getestet. Es zeigte sich, dass schon ein kurzes Nickerchen die Erfolgquote erhöhte.

Auf welche Weise dieser Effekt zustande komme, sei allerdings noch unklar, so Lahl. „Möglicherweise werden direkt zu Schlafbeginn Prozesse der aktiven Gedächtniskonsolidierung in Gang gesetzt, die im weiteren Verlauf selbst dann wirksam bleiben, wenn der Schlaf kurze Zeit später wieder abgebrochen wird.“

Forschung: Olaf Lahl, Christiane Wispel, Bernadette Willigens und Reinhard Pietrowsky, Institut für Experimentelle Psychologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Veröffentlichung Journal of Sleep Research, Vol. 17(1), pp 3-10, DOI 10.1111/j.1365-2869.2008.00622.x

WWW:
Institut für Experimentelle Psychologie, Uni Düsseldorf
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