Machen Früchte Vögel fruchtbar?
3. April 2008 |
Reichlich Früchte könnten der winzigen Restpopulation des Kakapo auf die Beine helfen, hoffen neuseeländische Biologen. Sie vermuten, dass bestimmte Verbindungen in der Leibspeise des erstaunlichen Vogels dessen Eiproduktion ankurbeln. Das berichtet das Magazin “New Scientist” in seiner neuen Ausgabe.
Ein großer Teil des Kakapo-Lebens spielt sich am Waldboden ab. Foto: Mnolf, via Wikimedia (GnuFDL)
“Unsere Hypothese ist zwar spekulativ, jedoch aus physiologischer und evolutionärer Sicht plausibel”, erklären Andrew Fidler vom Cawthron Institute und seine Kollegen. Sollte sich die Vermutung bestätigen, eröffne sich ein relativ einfacher Weg, um den 86 weltweit verbliebenen Kakapos zu mehr Nachwuchs zu verhelfen, schreiben die Forscher im Fachblatt “Wildlife Research”.
Kakapos (Strigops habroptilus ) sind große Papageien, die auf den neuseeländischen Inseln heimisch sind. Dort lange Zeit vom Rest der Welt isoliert, haben sie, ähnlich dem Kiwi, ihr Flugvermögen verloren und eine Reihe erstaunlicher Verhaltensweisen entwickelt. Vom Menschen eingeschleppte Raubtiere und die Vernichtung ihres Lebensraumes brachten die Art an die Schwelle zur Ausrottung: Zeitweise umfasste die Weltpopulation nur noch 50 Tiere.
Trotz aller Bemühungen erholt sich der Bestand nur langsam. Ein Grund dafür ist, dass Kakapos nicht in jedem Jahr Eier legen. Ihre Fortpflanzung scheint vielmehr an die des Rimu-Baumes (Dacrydium cupressinum) gekoppelt zu sein, der alle 3 bis 5 Jahre besonders viele Früchte bildet. In solchen Mastjahren fressen die Vögel im Frühsommer besonders viele unreife Rimu-Früchte. Darin enthaltene Verbindungen könnten die Aktivierbarkeit der Eidotter-Gene erhöhen, spekulieren Fidler und Kollegen. Wenn schließlich die Eierstöcke der Weibchen aus ihrem Schlummer erwachten, werde daher reichlich Eidotter-Protein produziert - eine Voraussetzung dafür, dass es überhaupt zum Eisprung komme.
Forschung: Andrew E. Fidler, Cawthron Institute, Nelson; Stephen B. Lawrence, Ag-Research Wallaceville Animal Research Centre, Upper Hutt; Kenneth P. McNatty, School of Biological Sciences, Victoria University of Wellington, Wellington
Veröffentlichung Wildlife Research, Vol. 35(1), pp 1-7, DOI 10.1071/WR07148
WWW:
Cawthron Institute
Kakapo
Kakapo Recovery Programme
Mast
New Scientist



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