Energie für das Immungedächtnis

1. April 2008 16:04 Drucken

Foto einer Weißfußmaus; kleine, an einen Hamster erinnernde Maus mit braunem Rückenfell und hellem Bauchfell Wie gut das körpereigene Abwehrsystem mit einem Krankheitserreger fertig wird, hängt auch vom Ernährungszustand ab. Die Ursache liegt jedoch nicht allein in den Kosten der Immunantwort, haben amerikanische Forscher bei Versuchen mit Mäusen beobachtet. Selbst im Ruhezustand scheinen die Abwehrzellen derart viel Energie zu benötigen, dass ihre Zahl bei Tieren auf Diät deutlich sinkt.

Abwehrstärke ist ein bedeutender Kostenfaktor, zumindest bei Weißfußmäusen. Foto: Clint Cook, University of South Carolina. Courtesy of the Peromyscus Genetic Stock Center

Dieser Befund helfe verstehen, warum mangelernährte Kinder häufiger unter Infektionen litten und warum Impfungen bei ihnen seltener erfolgreich seien, erläutert Lynn Martin von der Ohio State University. Gleichzeitig liefere er eine neue Erklärung für die Beobachtung, dass die Immunfunktion bei vielen Tieren im Jahresverlauf schwanke.

Martin und Kollegen reduzierten die Futterrationen von Weißfußmäusen auf 70 Prozent jener Menge, die die Tiere bei uneingeschränkter Versorgung fressen würden. Verglichen mit Kontrolltieren, enthält das Blut solcher Mäuse deutlich weniger Antikörper produzierende B-Zellen, berichten die Forscher im Fachblatt “Physiological and Biochemical Zoology”. Im Ruhezustand scheinen diese wenigen Zellen noch den normalen Antikörperspiegel halten zu können. Ein kräftiger Anstieg des Spiegels, wie ihn Kontrolltiere nach Konfrontation mit einem Krankheitserreger zeigen, scheint ihre Fähigkeiten jedoch zu übersteigen.

Die 30-prozentige Reduktion der Nahrungsaufnahme habe sich bei den Weißfußmäusen nicht auf die Körpermasse und nur minimal auf die Aktivität ausgewirkt, so Martin, der inzwischen an die University of South Florida gewechselt ist. “Da fragt man sich schon, ob eine ähnlich moderate Einschränkung im menschlichen Immunsystem ebenfalls derartige Folgen hat.”

Forschung: Lynn B. Martin II, Kristen J. Navara und Randy J. Nelson, Department of Psychology, Ohio State University, Columbus; und andere

Veröffentlichung Physiological and Biochemical Zoology, Vol. 81(3), DOI 10.1086/587090

WWW:
Martin Lab, University of South Florida
Peromyscus maniculatus
The Immune System

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