Gene könnten Steißgeburt begünstigen
28. März 2008 |
Ob sich ein Kind vor seiner Geburt dreht oder nicht, könnte auch von den Genen seiner Eltern abhängen. Zu diesem Schluss kommen norwegische Mediziner nach einer großangelegten statistischen Analyse. Hatten die betrachteten Väter oder Mütter bei ihrer Geburt mit dem Steiß voran gelegen, blieb die Drehung in die Kopflage auch bei ihren Kindern häufiger aus.
Verglichen mit Kindern von in Kopflage geborenen Eltern, stieg das Risiko für eine Beckenendlage in solchen Fällen um rund 120 Prozent, fanden Tone Irene Nordtveit von der Universität Bergen und Kollegen. Ein derartiges generationenübergreifendes Muster deute auf eine genetische Veranlagung hin, schreibt die Gruppe im “British Medical Journal”. Derzeit kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass gemeinsame familiäre Umweltfaktoren ebenfalls zu dem Phänomen beitragen.
Schätzungsweise 3 bis 5 Prozent aller Kinder liegen zum Geburtstermin noch mit dem Steiß voran im Becken der Mutter. Bekannte Risikofaktoren könnten nur einen kleinen Teil dieser Beckenendlagen erklären, so Nordtveit und Kollegen. Um mehr über mögliche genetische Faktoren zu erfahren, analysierte die Gruppe Daten über rund 380.000 Mutter-Kind- und Vater-Kind-Paare aus dem norwegischen Geburtenregister.
Rund 4 Prozent aller erstgeborenen Kinder, deren Eltern in der normalen Lage zur Welt gekommen waren, lagen zum Geburtstermin noch in der Beckenendlage, ermittelten die Mediziner. Bei einem Elternteil in Beckenendlage betrug der Anteil dagegen 8,5 Prozent.
Bei Geburten in Beckenendlage kann es häufiger zu Problemen kommen - beispielsweise, indem die Nabelschnur abgeklemmt wird, während der Kopf des Kindes noch nicht durch das Becken der Mutter getreten ist. Zwar kann versucht werden, dass Kind noch vor der Geburt zu drehen. Je nach den medizinischen Voraussetzungen wird gerade Erstgebärenden oft zum Kaiserschnitt geraten.
Forschung: Tone Irene Nordtveit und Rolv Skjærven, Seksjon for medisinsk statistikk, Institutt for samfunnsmedisinske fag, Universitetet i Bergen, Bergen, und Medical Birth Registry, Norwegian Institute of Public Health; und andere
Online-Veröffentlichung British Medical Journal, DOI 10.1136/bmj.39505.436539.BE
WWW:
Public Health and Primary Health Care, Universität Bergen
Medical Birth Registry of Norway
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