Kurzmeldungen am Mittwoch, 26.3.08
26. März 2008 | Druckversion
Ein “Internetausweis” soll Online-Betrug erschweren. Panische Angst kann bei Menschen mit einer ausgeprägten Angststörung das Blut zum Stocken bringen. Marbuger Forscher haben das erste Käfergenom sequenziert. Und: Heute vor 109 Jahren.
Internetausweis mit integriertem Fingerscanner. Foto: Siemens
Ein scheckkartengroßer Internetausweis könnte das Online-Banking sicherer machen. Er soll es Bankkunden ermöglichen, sich vor einer Überweisung mit einem Fingerabdruck und einem integrierten Schlüssel bei ihrer Bank zu authentifizieren. Der Ausweis benötige keine zusätzliche Soft- oder Hardware und sei somit vor Angriffen geschützt, sagen die Entwickler von Siemens und der Schweizer Firma AXSionics. Der Ausweis ist mit einem Fingerabdruck-Scanner und sechs optischen Sensoren ausgestattet. Er kann einen so genannten Flickercode erkennen und entschlüsseln, den die Bank-Webseite über den Computer-Monitor sendet. Mit einem integrierten kryptographischen Schlüssel dechiffriert der Ausweis den Code und zeigt die entschlüsselten Informationen auf seinem kleinen Display an.
Kunden können zudem einen so genannten Notfallfinger auswählen: Werde der Kunde einmal gewaltsam gezwungen, einen Geldbetrag zu überweisen, könne er mit dem Scan dieses Fingers in der Bank einen Alarm auslösen, so die Entwickler. Auf dem Monitor werde die Transaktion zur Täuschung des Täters zwar getätigt, jedoch führe die Bank den Auftrag nicht aus.
Der Ausweis verfügt über insgesamt 128 Schlüssel und könnte für verschiedenste Onlinedienste genutzt werden. Er soll frühestens im Sommer auf den Markt kommen. (Siemens)
Panische Angst lähmt nicht nur den Körper, sie bringt auch das Blut zum Stocken – jedenfalls bei Menschen mit Angststörungen. Mediziner der Universität Bonn konnten bei den Betroffenen eine erhöhte Blutgerinnung nachweisen. Dies könne erklären, warum Angstpatienten ein bis zu viermal so großes Risiko haben, an einer Herzerkrankung zu sterben, sagt Forschungsleiterin Franziska Geiser. Sie verglich Blutproben von Patienten mit Panikstörungen oder sozialen Phobien mit einer gesunden Kontrollgruppe. Bei den Angstpatienten war das Gerinnungssystem deutlich stärker aktiviert. “Das heißt natürlich nicht, dass alle Patienten mit einer ausgeprägten Angststörung nun Angst haben müssen, einen Herzinfarkt zu erleiden”, schränkt die Forscherin ein; “die ermittelten Gerinnungs-Werte waren stets im physiologischen Bereich, also ohne akute Gefahr.” Eine tatsächliche Gefährdung ergebe sich erst, wenn andere Risikofaktoren dazu kämen, wie z.B. Rauchen und Übergewicht. (Universität Bonn)
Mit dem Erbgut des Rotbraunen Reismehlkäfers (Tribolium castaneum) liegt jetzt das erste Käfergenom offen vor. Biologen der Philipps-Universität Marburg sequenzierten die Gene des etwa drei Millimeter kleinen Getreideschädlings, weil er einen vergleichsweise ursprünglichen Insektentypus repräsentiert. Die Forscher fanden einige Erbanlagen, die den Käfer von allen anderen Insekten abheben, beispielsweise Gene für Vasopressin-artige Verbindungen. Vasopressin ist bei Säugetieren und dem Menschen das wichtigste Neurohormon, das die Rückgewinnung von Wasser in der Niere anregt. “Sein Vorliegen bei Tribolium mag darauf zurückzuführen sein, dass der Käfer in sehr trockenen Habitaten überleben muss”, vermutet der Marburger Biologe Joachim Schachtner. Eigentümliche Anpassungen wie diese könnten künftig einen Ansatzpunkt darstellen, um den Schädling gezielt zu bekämpfen. (Universität Marburg, Nature Online)
Jahrestag: Heute vor 109 Jahren begann die “Deutsche Orient-Gesellschaft” unter Leitung des Archäologen Robert Koldewey mit Ausgrabungen in Babylon. Koldewey forschte 18 Jahre lang im Gebiet des heutigen Irak – bis zum Einmarsch britischer Truppen in Bagdad im Zuge des Ersten Weltkriegs. Unter anderem brachte er das Ischtar-Tor aus Babylon nach Berlin, das im Pergamonmuseum zu sehen ist. (Wikipedia)



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