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Seeigel sucht sein Heil im Klonen

Donnerstag, 13. März 2008, 20:02 • Rubrik Biologie.

Mikroskopaufnahme zeigt eine Kugel, daneben eine entfernt an ein Gummibärchen erinnernde Larve, beide nahezu transparentEine erstaunliche Art, sich zu verstecken, hat eine amerikanische Biologin bei den Larven eines Seeigels beobachtet. Wenn die im Wasser schwebenden Jungtiere die Anwesenheit eines Fisches bemerken, teilen sie sich in zwei kleinere Individuen. Als Folge sind sie für Jäger schlechter erkennbar.

Nach dem Bilden eines Klons ist die Larve nicht viel größer als ein Ei des Sanddollar-Seeigels. Bild: Courtesy of Dawn Vaughn

Die Larven im Plankton könnten so auf eine Gefahr reagieren, die ihre am Meeresboden lebenden Eltern noch nicht hätten wahrnehmen können, schreiben Dawn Vaughn und ihr Doktorvater Richard Strathmann von der University of Washington im Magazin “Science”. Allerdings werde das Risiko auf diese Weise nur verlagert. Auch die aus den zwei Tochterlarven hervorgehenden Seeigel seien deutlich kleiner als reguläre Artgenossen.

Vaughn gab etwas Fischschleim in Wasser, in dem 4 Tage alte Larven des Sanddollar-Seeigels Dendraster excentricus schwebten. Binnen 24 Stunden bildeten bis zu 40 Prozent der Larven Klone ihrer selbst. Dazu schnürten sie entweder einen knospenförmigen Embryo von ihrer Oberseite ab oder teilten sich gleich in zwei kleinere Individuen.

Die Larven vieler Tiere könnten unter günstigen Umweltbedingungen Klone hervorbringen, erklärt Vaughn. Dass dies als Reaktion auf Gefahr geschehe, sei allerdings neu. Die Vorzüge gegenüber auf Sicht jagenden Räubern lägen auf der Hand, während die Anfälligkeit gegenüber Filtrierern und anderen Feinden sogar steigen könne. Unter dem Strich lohne sich das Manöver jedoch, wenn nur eine der beiden Tochterlarven überlebe, so die Forscherin. “Und wenn sowohl die ursprüngliche Larve als auch ihr Klon überleben, ist es sogar noch besser – dann sind sie schon zu zweit.”

Forschung: Dawn Vaughn und Richard R. Strathmann, Friday Harbor Laboratories, University of Washington, Friday Harbor

Veröffentlichung Science, Vol. 319, 14. März 2008, p 1503, DOI 10.1126/science.1151995

WWW:
Friday Harbor Laboratories, University of Washington
Dendraster excentricus
Asexual Reproduction

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