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Forscher finden neue “Alterungsgene”

Donnerstag, 13. März 2008, 6:01 • Rubrik Genetik.

Illustration zeigt die menschlichen Chromosomen, eingefärbt, vor weißem HintergrundDas Altern ist bei den meisten Organismen Teil des normalen biologischen Programms. Für diese Ansicht spricht die Entdeckung von gleich 25 Genen, die sowohl bei Hefen als auch bei Fadenwürmern den Alterungsprozess beeinflussen. Auch im menschlichen Erbgut finden sich 15 davon.

Bild: Jane Ades, NHGRI

Eine Reihe dieser Gene spielt eine Rolle in einem Signalweg, der Wachstums und Teilung von Zellen in Abhängigkeit von der Nährstoffzufuhr steuert, berichten die Forscher um Matt Kaeberlein und Brian Kennedy von der University of Washington im Fachblatt “Genome Research”. Dieses Resultat stehe im Einklang mit der Beobachtung, dass eine gedrosselte Kalorienzufuhr bei vielen Organismen eine Verlängerung der Lebensspanne mit sich bringt.

Bei der Durchsicht der Fachliteratur ermittelten die Forscher 276 Gene, die bei dem winzigen Fadenwurm Caenorhabditis elegans Einfluss auf die Lebensspanne haben. Dann fahndeten sie im Genom der Bier- und Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) nach ähnlichen Genen. Bei den folgenden Laborversuchen zeigte sich, dass 25 der so identifizierten Kandidaten auch bei der Hefe den Alterungsprozess beeinflussen.

Die Linien von Hefe und Fadenwurm hätten sich vor rund 1,5 Milliarden Jahren getrennt, so die Forscher. Der Abstand zwischen Fadenwurm und Mensch sei jedoch deutlich kleiner. Aus diesem Grund sei es nicht unwahrscheinlich, dass die 15 Pendants im menschlichen Genom ebenfalls Einfluss auf das Altern hätten.

Wenn man die genetische Steuerung dieses Prozesses erst verstehe, könne man das Altern in Zukunft vielleicht auch medikamentös beeinflussen, erläutert Kaeberlein. “Die meisten Menschen wollen ihre Ernährung nicht so drastisch einschränken, wie es für ein etwas längeres Leben nötig wäre”, so der Forscher. “Aber eines Tages können wir diesen Effekt vielleicht mit einer Tablette erzielen.” Kaeberlein ist Mitgründer eines mittlerweile wieder aufgelösten Unternehmens, das sich auf die Untersuchung eben dieser Frage spezialisiert hatte.

Forschung: Erica D. Smith, Matt R. Kaeberlein und Brian K. Kennedy, Departments of Pathology und Biochemistry, University of Washington, Seattle; und andere

Veröffentlichung Genome Research, 13. März 2008, DOI 10.1101/gr.074724.107

WWW:
Kaeberlein Lab, University of Washington
Aging

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