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Oligozän: Trocknen Fußes nach Kleinasien?

Montag, 10. März 2008, 20:44 • Rubrik Geologie, Paläontologie.

Anders als vermutet, war Anatolien war 25 Millionen Jahren vielleicht keine Inselwelt. Französische und türkische Forscher haben im Zentrum des gebirgigen Landes ein Stück vom Unterarmknochen eines riesenhaften Nashorns gefunden. Dessen Ähnlichkeit mit Tieren in Asien bzw. Europa deutet auf die Existenz einer Landverbindung im Oligozän hin.

Pierre-Olivier Antoine von der Universität Toulouse und seine Kollegen fanden das gut 1,2 Meter lange Knochenfragment nahe des Örtchens Gözükizilli, etwa 80 Kilometer östlich von Ankara gelegen. Das Bruchstück stammt aus der Speiche eines hornlosen Riesennashorns der Gattung Paraceratherium.

Der Laubfresser dürfte eine Schulterhöhe von gut 5 Metern erreicht haben. Damit wäre er ähnlich groß wie ein weiteres Riesennashorn, dessen Überreste in den 30er-Jahren in der Mongolei entdeckt worden waren. Die Tiere gelten als die größten Säuger, die jemals über die Erde gewandert sind. Ihre Körpermasse wird auf 15 bis 20 Tonnen geschätzt. Weitere Exemplare sind aus Pakistan, China und Kasachstan bekannt.

Neben dem Riesennashorn sprechen auch ein kleineres Nashorn (Gattung Protaceratherium) und mehrere Nager für Verbindungen zwischen Anatolien und Asien sowie Europa, berichten Antoine und Kollegen im “Zoological Journal of the Linnean Society”. Bislang habe man dagegen angenommen, die Region sei damals ein Inselarchipel in der Paratethys gewesen – eines Randmeeres, das schließlich verlandete und dessen Reste heute das Schwarze Meer, das Kaspische Meer und den Aralsee bilden.

Forschung: Pierre-Olivier Antoine, Laboratoire de Mécanisme de Transferts en Géologie, Université de Toulouse; Levent Karadenizli, Maden ve Tektik Arama Genel MüdürlüÄŸü, Ankara; und andere

Veröffentlichung Zoological Journal of the Linnean Society, Vol. 152(3), pp 581-92, DOI 10.1111/j.1096-3642.2007.00366.x

WWW:
Laboratoire de Mécanisme et Transferts en Géologie
Maden ve Tektik Arama Genel MüdürlüÄŸü
The Oligocene
Die Welt vor 14 Millionen Jahren


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