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Bluthochdruck erhöht Nierenkrebs-Risiko

Freitag, 7. März 2008, 19:11 • Rubrik Medizin.

Foto: Blutdruckmessung mit aufpumpbarer Armmanschette bei einer älteren Frau im rot-weiß gemusterten KleidHoher Blutdruck geht mit einem stark erhöhten Risiko für Nierenkrebs einher. Das bestätigen die Daten einer großen europäischen Studie. Teilnehmer mit nicht oder nur schlecht kontrolliertem Bluthochdruck erkrankten zwei- bis dreimal häufiger als solche mit normalen bzw. niedrigen Werten.

Foto: James Gathany/CDC

Wurde der Bluthochdruck erfolgreich mit Medikamenten behandelt, wiesen die Patienten dagegen kein erhöhtes Risiko für Nierenkrebs auf, berichten die Forscher um Steffen Weikert und Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung im “American Journal of Epidemiology”. Dieses Resultat stehe im Einklang mit der Annahme, der hohe Blutdruck selbst sei die Ursache für die Risikoerhöhung – und nicht etwa die zu seiner Therapie eingesetzten Wirkstoffe.

Neben dem Alter gilt das Rauchen als einer der wichtigsten Risikofaktoren für das Nierenzellkarzinom. Allein in Deutschland erkranken jährlich mehr als 13.000 Menschen an dieser, bei frühzeitiger Entdeckung gut behandelbaren Krebsart. Die Erkrankungszahlen sind in den letzten 30 Jahren allerdings deutlich gestiegen. Weikert und Kollegen überprüften nun die Vermutung, dass auch ein zu hoher Blutdruck einen Risikofaktor darstellt.

Die Forscher analysierten Daten von beinahe 297.000 Männern und Frauen aus 8 europäischen Ländern, deren Blutdruck im Rahmen der EPIC-Studie gemessen worden war. Die meisten Teilnehmer hatten Angaben zur eventuellen Einnahme von Blutdrucksenkern gemacht. Über eine mittlere Beobachtungszeit von 6,2 Jahren wurden 250 Fälle von Nierenzellkrebs diagnostiziert.

Als optimal gilt der Blutdruck, wenn der systolische Wert um 120 Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg) und der diastolische Wert um 80 mm Hg liegt. Teilnehmer mit einem systolischen Wert über 160 mm Hg wiesen ein um 148 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko auf. Ein diastolischer Wert über 100 mm Hg ging mit einem um 134 Prozent erhöhten Risiko einher. Noch stärker – um gut 200 Prozent – war das Risiko bei jenen Teilnehmern erhöht, die trotz Medikamententherapie unter hohem Blutdruck litten.

Forschung: Steffen Weikert und Heiner Boeing, Abteilung Epidemiologie, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Nuthetal; Nikolaus Becker und Jakob Linseisen, Abteilung Klinische Epidemiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg; und andere

Veröffentlichung American Journal of Epidemiology, Vol. 167(4), pp 438-46, DOI 10.1093/aje/kwm321

WWW:
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Nierenkrebs, Deutsche Krebshilfe (PDF)
Bluthochdruck
EPIC

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