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Stauinfo vom Radarsatellit

Dienstag, 4. März 2008, 20:44 • Rubrik Raumfahrt, Technik, Wirtschaft.

Der deutsche Radarsatellit TerraSAR-X könnte künftig auch zur Beobachtung des Straßenverkehrs eingesetzt werden. Eine entsprechende Versuchsreihe hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt begonnen. An ausgewählten Autobahnabschnitten in mehreren Ländern sollen dabei großflächig Daten über den Verkehrsfluss gewonnen werden.

Satellitenaufnahme einer Autobahn durch eine Feldbau-Landschaft mit Städten; auf der Autobahn einige Dreiecke in unterschiedlichen Farben, die die Geschwindigkeit auf einer Skala von 0 bis 150 km/h wiedergeben

Auf einem 17 Kilometer langen Teilstück der A4 westlich von Dresden wurden 156 größere Fahrzeuge automatisch detektiert und gemessen. Der Abgleich mit Kameras am Boden ergab, dass dies etwa der Hälfte der auf dem Abschnitt befindlichen LKW entsprach. Bild: DLR

Der große Vorteil dieser Methode wäre, dass sie dank der eingesetzten Radarstrahlung praktisch wetterunabhängig, auch bei Dunkelheit und Nebel funktionieren würde. Zudem kommt sie ohne Messeinrichtungen am Boden aus, die erst installiert werden müssten, und kann daher jederzeit auf beliebige Straßen angewandt werden. Die Daten könnten an die Anbieter von Verkehrsinformationsdiensten weitergegeben werden, um beispielsweise Navigationssystemen eine Routenplanung gemäß der momentanen Verkehrslage zu ermöglichen.

TerraSAR-X ist ausdrücklich für die wissenschaftliche und kommerzielle Nutzung vorgesehen. Nach mehreren Verschiebungen des Starttermins war der Satellit im Sommer letzten Jahres in die Erdumlaufbahn gebracht worden. Er sendet laufend Radiowellen einer Wellenlänge von 31 Millimetern gen Boden und fängt die Reflexionen auf. Aus deren Intensität und Laufzeit kann mit einer Auflösung von bis zu 1 Meter auf Form und Rauheit der Oberfläche geschlossen werden. Die Dopplerverschiebung zeigt zudem die Bewegungsrichtung und die Geschwindigkeit von Fahrzeugen an.

Die systematische Verwertung dieser Information wird seit Ende Februar erprobt. Zunächst werden die Autobahn A4 westlich von Dresden und das Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz beobachtet. Im Rahmen der mehrmonatigen Versuchsreihe sollen später auch das Ruhrgebiet, die A5 und die A8 bei Karlsruhe und schließlich noch die Interstate 5 in Kalifornien, nordwestlich von Los Angeles, hinzukommen.

Forschung: Institut für Methodik der Fernerkundung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Oberpfaffenhofen-Wessling

WWW:
DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung
TerraSAR-X

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Schneller am Ziel mit “Navi”


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