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Uralter Blick für Schlangen

28. Februar 2008 |

Foto zeigt eine kupferrote Schlange mit einigen schwarz-gelb-schwarzen Banden, die sich auf einem Baumstamm sonntEin angeborener Mechanismus sorgt dafür, dass Menschen besonders stark auf den Anblick potenziell gefährlicher Tiere reagieren. Für diese Ansicht sprechen Versuche, die zwei amerikanische Psychologinnen mit 120 Kindern durchgeführt haben. Auch wenn diese noch nie mit Schlangen zu tun gehabt hatten, erkannten sie Fotos von Schlangen besonders rasch.

Die Rote Königsnatter ist für Menschen harmlos, trägt aber das Warnkleid der potenziell gefährlichen Korallenotter. Foto: US Geological Survey

Ähnliche Resultate hätten zwar schon Versuche mit Erwachsenen erbracht, erläutert Vanessa LoBue von der University of Virginia. Allerdings habe man nicht ausschließen können, dass es sich um eine erlernte Empfindlichkeit handle. “Wenn jedoch die Evolution Menschen mit der Fähigkeit ausgestattet hat, Schlangen besonders rasch zu erkennen, sollte sich dies bei jungen Kindern ebenso zeigen wie bei ihren Eltern.”

Dem ist tatsächlich so, fanden LoBue und ihre Professorin Judy DeLoache. Die Forscherinnen setzten ihre 3 bis 5 Jahre alten Probanden vor einen Bildschirm, auf dem ein Foto einer Schlange inmitten von acht Blumenfotos oder aber eine Blume inmitten von acht Schlangenbildern erschien. Unabhängig von eventuellen früheren Erfahrungen, erkannten die Kinder die Schlange unter Blumen deutlich schneller, berichtet das Duo im Fachblatt “Psychological Science”.

Das gleiche Phänomen zeigte sich, wenn die Eltern der Kinder getestet wurden und wenn die Schlangen nicht mit Blumen, sondern mit Fröschen oder Raupen kombiniert wurden: Stets schien das Foto einer zusammengerollten Schlange den Blick regelrecht anzuziehen. Offenbar ist das Sehsystem von frühester Kindheit an auf die Erkennung von Schlangen eingestellt, folgern LoBue und DeLoache. Allein die schimmernde Haut oder die gestreckte Körperform der Tiere könnten diesen Effekt allerdings nicht erklären.

Forschung: Vanessa LoBue und Judy S. DeLoache, Department of Psychology, University of Virginia, Charlotteville

Veröffentlichung Psychological Science, Vol. 19(3)

WWW:
Child Study Center, Judy DeLoache
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