Magensäure tötet Krankheitserreger
22. Februar 2008 |
Magensäure hilft nicht nur bei der Verdauung, sie hält auch potenzielle Krankheitserreger in Schach. Diese Vermutung konnten australische Mediziner erstmals experimentell bestätigen. Je mehr Magensäure die von ihnen untersuchten Mäuse produzierten, desto schwieriger ließ sich ihr Magen-Darm-Trakt mit Bakterien infizieren.
Enterobakterien wie E.coli werden von der Magensäure wirkungsvoll dezimiert. EM-Aufnahme: Janice Haney Carr/CDC
Zwar wisse man, dass Patienten mit eingeschränkter Salzsäure-Produktion im Magen besonders anfällig für Lebensmittelvergiftungen seien, erläutert die Gruppe um Roy Robins-Browne von der Universität Melbourne im Fachblatt “Infection and Immunity”. Da solche Infekte aber wiederum die Bildung von Magensäure drosselten, erlaube diese Beobachtung keine klare Unterscheidung von Ursache und Wirkung.
Robins-Browne und Kollegen führten ihre Versuche an keimfrei gehaltenen Mäusen durch. Einige davon wiesen einen Defekt in jenem Protein auf, mit dem die Belegzellen der Magenschleimhaut “saure” Protonen in den Magen pumpen. Die Forscher verabreichten den Tieren Lösungen mit Yersinien, Salmonellen, Clostridien oder Citrobacter und ermittelten 30 Minuten bzw. 3 Tage später, wie viele lebensfähige Bakterien im Verdauungstrakt der Mäuse lebten.
Bei Mäusen ohne Magensäure fanden sich meist 100 Prozent der verabreichten Dosis wieder. Bei Artgenossen, deren Magensaft einen pH-Wert von 2 aufwies und damit ähnlich sauer war wie der menschliche, schwankten die Werte dagegen zwischen 10 und 40 Prozent.
Die Gabe von Bicarbonat oder einem Wirkstoff zur Hemmung der Protonenpumpe ließ die Werte auch in der zweiten Gruppe merklich ansteigen. Wurden die Bakterien dagegen in das Bauchfell der Mäuse injiziert, konnten sie sich stets ähnlich gut in deren Körper ausbreiten.
Die Produktion von Magensäure sei im Tierreich weit verbreitet, erläutern Robins-Browne und seine Kollegen. Die neuen Resultate belegten, dass es dafür neben der Verdauung einen weiteren guten Grund gebe, nämlich “eine verringerte Anfälligkeit für Infektionen aufgrund verschluckter bakterieller Pathogene”.
Forschung: Sharon M. Tennant, Elizabeth L. Hartland, und Roy M. Robins-Browne, Department of Microbiology and Immunology, University of Melbourne, und Department of Microbiology, Monash University, Clayton; und andere
Veröffentlichung Infection and Immunity, Vol. 76(2), pp 639-45, DOI 10.1128/IAI.01138-07
WWW:
Robins-Browne Laboratory, University of Melbourne
Anatomie des Magens
The Parietal Cell: Mechanism of Acid Secretion
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