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Flug durch die Nase

15. Februar 2008 |

Vor einer Nasenoperation könnten Ärzte und Patienten künftig gemeinsam den Ort des Geschehens in Augenschein nehmen. Magdeburger Informatiker haben ein Visualisierungssystem entwickelt, das computertomografische Daten in lebensechte Landschaften umsetzt und virtuelle Flüge durch die Nasenhöhle ermöglicht. Auch das Ohr wird auf diese Weise zugänglich.

Ein großes Bild zeigt eine berechnete Ansicht einer Nasenmuschel, inklusive frisch-rosafarbener, glänzender Schleimhaut; daneben drei relativ grobpixelige Bilder verschiedener Schnittebenen durch den Kopf mit Pfeilen als Positions- und Blickrichtungmarkern

Das System liefert realitätsnahe Bilder aus Nase und Ohr - hier der Anflug auf eine Nasenmuschel. Position und Blickrichtung des “Piloten” sind aus den drei Schnittbildern (links) ersichtlich. Bild: Arno Krüger/Christoph Kubisch, Uni-Magdeburg

Entwickelt von Arno Krüger und Christoph Kubisch von der Universität Magdeburg, erzeugt das System zur virtuellen Endoskopie gestochen scharfe, räumliche Ansichten. Normalerweise liefert die Computertomografie dagegen Schnittbilder, die Ärzte im Kopf zu einem dreidimensionalen Modell zusammensetzen müssen. Gerade im Fall der Nase mit ihren geschwungenen Muscheln und zahlreichen Nebenhöhlen stellt diese Aufgabe hohe Ansprüche an das räumliche Vorstellungsvermögen.

Neben der Realitätstreue der Ansichten ist die Verarbeitungsgeschwindigkeit ein weiterer Vorzug des Magdeburger Systems. Selbst große Datensätze setzt es ohne zeitliche Verzögerung in Bilder um. Nicht von ungefähr nutzen Krüger und Kubisch Techniken, wie sie auch in Computerspielen zur Erzeugung virtueller Welten eingesetzt werden.

Die virtuellen Flüge könnten Chirurgen helfen, krankhafte Veränderungen zu erkennen und sich vor einem Eingriff einen detaillierten Überblick über das Operationsgebiet zu verschaffen. Laut Gero Strauß vom Universitätsklinikum Leipzig könnte es aber auch helfen, Patienten anschaulicher über eine Behandlung und deren Ziele aufzuklären. Die Einsatzmöglichkeiten des Systems werden derzeit in einer klinischen Studie getestet.

Forschung: Arno Krüger und Christoph Kubisch, Fakultät für Informatik, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; Gero Strauß, Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig; und andere

Präsentation auf der 5th International Conference on Computer Aided Surgery Around the Head

WWW:
Lehrstuhl für Visualisierung, Uni Magdeburg
Die Nase

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