GPS verrät Arterienzustand
Donnerstag, 7. Februar 2008, 12:34 • Rubrik Gesundheit, Medizin, Technik.
Satelliten können Ärzten helfen, sich einen Eindruck von den Blutgefäßen ihrer Patienten zu verschaffen. Zu diesem Schluss kommen französische Mediziner nach einer Pilotstudie mit 24 Teilnehmern. Indem sie deren Spaziergänge mit dem Globalen Positionsbestimmungssystem GPS verfolgten, konnten sie die maximale Gehstrecke ermitteln.
Spaziergang? Nicht ohne mein Navigationsgerät! Foto: Berlinfoto/ Dreamstime
Diese Strecke ist umso kürzer, je schlechter die Beine aufgrund verengter Arterien mit Sauerstoff versorgt werden. Da die Betroffenen aufgrund von Schmerzen relativ häufig Gehpausen einlegen müssen, ist diese periphere arterielle Verschlusskrankheit auch als Schaufensterkrankheit bekannt. Sollte sich die GPS-Technik bewähren, könnte sie auch zur Beurteilung von Patienten mit Herzschwäche oder Atemwegserkrankungen eingesetzt werden, glaubt Pierre Abraham vom Universitätsklinikum Angers.
Normalerweise wird die maximale schmerzfreie Gehstrecke auf einem Laufband bei gleichzeitiger Kreislaufkontrolle ermittelt. Abraham und Kollegen führten ebenfalls diese Untersuchungen durch. Zu Vergleichszwecken versahen sie ihre Patienten aber auch mit handelsüblichen GPS-Empfängern und schickten sie dann zum Spazierengehen in einen nahe gelegenen Park.
Die so ermittelten Werte stiegen im gleichen Maße wie die Laufbandwerte, waren jedoch durchweg höher, berichten die Forscher im Fachblatt “Circulation”. Möglicherweise zeige sich hier eine größere Objektivität der GPS-Technik: “Die meisten Patienten berichteten, dass das zwanglose Laufen im Freien ihre übliche Gehkapazität besser widerspiegle als der Laufbandtest”, so Abraham.
Weitere Vorteile der GPS-Methode seien, dass sie mit geringem Aufwand und Kosten über mehrere Tage anwendbar sei und so einen Überblick über Schwankungen der “Tagesform” liefere. Zudem könne man die typische Gehgeschwindigkeit und die Länge der Pausen ermitteln und so besser einschätzen, wie sich der Arterienverschluss auf den Alltag der Patienten auswirke. Auch wenn die GPS-Messung den standardisierten Laufbandtest nicht ersetzen könne, stelle sie doch eine wertvolle Ergänzung dar.
Forschung: Alexis Le Faucheur, Pierre Abraham und Jean Louis Saumet, Physiologie moléculaire et intégrative, CNRS UMR 6214, INSERM U771, und Biologie Neurovasculaire Intégrée, Centre Hospitalier Universitaire d’Angers; und andere
Veröffentlichung Circulation, 4. Februar 2008, DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.107.725994
WWW:
Centre Hospitalier Universitaire d’Angers
PAVK – Die Schaufensterkrankheit
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