Posted in: Ernährung, Gesundheit, Medizin 1. Februar 2008 13:09 Weiter lesen →

Gezuckerte Limonade erhöht Gichtrisiko

Foto: Glas Cola, Eiswürfel, ZitronenscheibeJe mehr zuckerhaltige Limonade Männer trinken, desto eher erkranken sie an Gicht. Zu diesem Schluss kommen zwei kanadische und amerikanische Mediziner nach der Auswertung einer groß angelegten Studie. Teilnehmer, die mindestens zweimal täglich solche Limonade tranken, wiesen demnach ein um 85 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko auf.

Foto: pic_p_ter via wikimedia.org

Die Ursache für diesen Zusammenhang liege wahrscheinlich in der Fructose (Fruchtzucker), schreiben Hyon Choi von der University of British Columbia und Gary Curhan von der Harvard University im „British Medical Journal“. Fructose werde den Getränken direkt als Süßstoff zugesetzt oder sei darin als Bestandteil von Saccharose (Rohrzucker, „Kristallzucker“) enthalten. Dem entsprechend sei der Konsum von Diätlimonade nicht mit dem Gichtrisiko verknüpft gewesen.

Zur Gicht kommt es, wenn das Blut hohe Konzentrationen der schlecht wasserlöslichen Harnsäure enthält. Lagert sich das Stoffwechselendprodukt in Form von Kristallen in den Gelenken ab, sind schmerzhafte Schwellungen und Rötungen die Folge. Aus früheren Studien ist bekannt, dass Fructose den Purinstoffwechsel und damit die Produktion von Harnsäure beschleunigt.

Aus diesem Grund untersuchten Choi und Curhan, ob der in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegene Limonade- und Fructosekonsum zu dem zeitgleichen Anstieg der Gichthäufigkeit beigetragen haben könnte. Die beiden Mediziner analysierten Daten von 46.393 Ärzten und Apothekern, die ab dem Jahr 1986 regelmäßig Auskunft über ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten und ihren Gesundheitszustand gegeben hatten.

Über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 12 Jahren wurde bei 755 Teilnehmern erstmals Gicht festgestellt. Verglichen mit jenen, die höchstens einmal im Monat zuckerhaltige Limonade tranken, war das Erkrankungsrisiko bei jenen, die 5 bis 6 Gläser pro Woche tranken, um gut 30 Prozent erhöht. Bei einem Konsum von 1 Glas pro Tag stieg das Risiko um 45 Prozent, bei mindestens 2 Gläsern pro Tag um 85 Prozent.

Auch die Fructosezufuhr mit anderen Nahrungsmitteln, beispielsweise Äpfeln oder Orangensaft, war mit einem erhöhten Gichtrisiko verknüpft, ermittelten Choi und Curhan. Nach Ansicht der Forscher müssen in diesem Fall jedoch Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden. Ein hoher Obstkonsum gehe nachweislich mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten einher.

Forschung: Hyon K. Choi, Arthritis Research Centre of Canada, Department of Medicine, University of British Columbia, Vancouver, und Gary Curhan, Department of Medicine, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts

Online-Veröffentlichung British Medical Journal, 31. Januar 2008, DOI 10.1136/bmj.39449.819271.BE

WWW:
Arthritis Research Centre of Canada
Channing Laboratory, Harvard University
Gicht
Health Professional Follow-up Study
Zucker – geliebt und gehasst, getarnt und ersetzt

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Mit Gicht in die Südsee
Fructose macht dicker

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