Zufriedenheit kommt wieder
29. Januar 2008 |
Wenn sich unübersehbar die ersten Zipperlein einstellen, lassen sie jüngere Erwachsene das Schlimmste für ihr weiteres Leben erahnen. Entwarnung gibt eine neue Studie, in der ein englischer und ein amerikanischer Ökonomen Daten von gut 2 Millionen Menschen vereint haben. Zunächst verschlechtert sich das Wohlbefinden mit dem Alter tatsächlich, nur um dann wieder zu erstarken.
Foto: Carme Balcells /iStockphoto
Dieser U-förmige Verlauf sei in allen Teilen der Welt von Albanien über Japan und Jordanien bis nach Simbabwe nachweisbar, erläutert Andrew Oswald von der University of Warwick. “Einige Menschen leiden mehr als andere, im Mittel zeigen unsere Daten aber einen klaren Effekt. Männer und Frauen, Ledige und Verheiratete, Reiche und Arme, Eltern und Kinderlose verspüren ihn gleichermaßen.” Über die Ursachen könne derzeit nur spekuliert werden.
Die genaue Lage des Minimums schwankt allerdings von Staat zu Staat, berichten Oswald und sein Kollege David Blanchflower vom Dartmouth College demnächst im Fachblatt “Social Science and Medicine”. So ist der Tiefpunkt in Deutschland typischerweise mit dem 43. Lebensjahr erreicht, in Frankreich dagegen erst mit 50.
Bislang sei man meist von einem flachen Verlauf der “Glückskurve” ausgegangen, so Oswald weiter. Allerdings hätten entsprechende Analysen mit einem ausgeprägten Kohorteneffekt zu kämpfen: Je nach ihrem Geburtsjahr, seien Personen eines Alters unter verschiedenen Bedingungen aufgewachsen und hätten unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Um diesen Störfaktor herausrechnen zu können, analysierten die beiden Forscher Daten aus zwei regelmäßig durchgeführten Umfragen, dem amerikanischen General Social Survey und dem Eurobarometer Survey, sowie aus zwei großen Studien zur geistigen Gesundheit in Großbritannien bzw. Europa.
Forschung: Andrew Oswald, Department of Economics, University of Warwick, Coventry, und David G. Blanchflower, Department of Economics, Dartmouth College, Hanover, New Hampshire
Veröffentlichung Social Science and Medicine
WWW:
Andrew Oswald, University of Warwick
David Blanchflower, Dartmouth College
Kein Gleichgewicht des Glücks
The Eurobarometer Survey Series
General Social Survey
Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Geld steigert Wohlbefinden
Psychologe erstellt “Weltkarte des Glücks”



Antikörper