Computer erkennen “Durchschnittsgesichter” besser
Donnerstag, 24. Januar 2008, 20:01 • Rubrik Mathematik, Psychologie, Technik.
Ein einfacher Trick erhöht die Zuverlässigkeit der automatischen Gesichtserkennung. Das berichten zwei schottische Psychologen im Magazin “Science”. Legten sie einem System Durchschnittsbilder vor, die sie aus mehreren Einzelfotos berechnet hatten, erhöhte sich die Trefferquote der Software deutlich.
Rob Jenkins demonstriert am Beispiel seines aktuellen Passbildes, wie schwierig die Zuordnung einer Person zu einer Aufnahme sein kann. Rechts das “Durchschnittsbild” des Forschers. Foto: Courtesy of Markus Bindemann.
Bei gängigen Fotos hänge die Erkennungsquote stark von Faktoren wie Beleuchtung oder Kopfhaltung ab, erläutern Rob Jenkins und Mike Burton von der University of Glasgow. Dabei hätten solche Faktoren mit den Gesichtszügen selbst nichts zu tun. “Die Mittelung aus mehreren Fotos einer Person mindert diese Störeinflüsse, behält jedoch die auf allen Bildern vorhandenen Aspekte bei.”
Jenkins und Burton führten ihr Experiment auf der Internetseite einer Ahnenforschungsfirma durch. Dort können die Besucher eigene Fotos von einer Gesichtserkennungssoftware mit 31.077 Prominentenfotos vergleichen lassen. Diesem System legten die Forscher Bilder vor, die aus ihrer eigenen Sammlung mit Prominentenfotos stammten.
Obwohl dem System zwar nicht die vorgelegten Fotos, jedoch die abgelichteten Personen “bekannt” waren, erzielte es eine nur mäßige Trefferquote von durchschnittlich 59 Prozent. Das änderte sich, wenn die Forscher aus jeweils 20 Fotos das Durchschnittsbild einer Person berechneten. Diese Bilder konnte das System zu 100 Prozent der entsprechenden Person zuordnen. Immerhin noch 80 Prozent waren es, wenn in die Mittelung allein solche Fotos eingingen, die nicht in der Datenbank vorhanden waren.
Forschung: Rob Jenkins und A. Mike Burton, Department of Psychology, University of Glasgow, Glasgow
Veröffentlichung Science, Vol. 319, 25. Januar 2008, p 435, DOI 10.1126/science.1149656
WWW:
Department of Psychology, University of Glasgow
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