Gut beschuht vor 40.000 Jahren
23. Januar 2008 |
Seit gut 40.000 Jahren tragen Menschen Schuhe. Zu diesem Schluss kommt ein amerikanisch-chinesisches Forscherduo nach dem Vergleich alter Skelette. Gemessen an den Unterschenkelknochen, weisen einige davon recht grazile Zehenknochen auf. Das berichtet das Magazin “New Scientist” in seiner neuen Ausgabe.
Dieser Fund “spricht dafür, dass es sehr viel früher üblich war, Schuhwerk zu tragen, als bislang angenommen,” schließen Erik Trinkaus und seine Kollegin Shang Hong von der University of Washington und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.
Für seine Studie untersuchte das Duo die Skelette zweier vor etwa 27.500 und 40.000 Jahren gestorbener Menschen. Das ältere Skelett war vor einigen Jahren in einer Höhle im Osten Chinas entdeckt worden - nur wenige Kilometer von der Fundstätte des berühmten “Peking-Menschen” entfernt. Verglichen mit den Unterschenkelknochen, sind die Zehenknochen bei beiden Skeletten deutlich graziler gebaut als bei barfuß laufenden, prähistorischen Indianern, berichten die Forscher im “Journal of Archaeological Science”.
Ähnliche Proportionen weisen dagegen Zehen- und Schenkelknochen von ebenfalls prähistorischen, aber Schuhwerk tragenden Inuit auf. Bei modernen amerikanischen Städtern sind die Zehenknochen sogar noch graziler entwickelt. Nach Ansicht Trinkaus’ und Hongs sind die schlankeren Zehenknochen auf das Tragen von Schuhwerk mit unterschiedlich festen Sohlen zurückzuführen.
Forschung: Erik Trinkaus und Hong Shang, Department of Anthropology, Washington University, St. Louis, Missouri, und Department of Paleoanthropology, Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology, Chinese Academy of Sciences, Beijing
Veröffentlichung Journal of Archaeological Science, DOI 10.1016/j.jas.2007.12.002
WWW:
New Scientist
Homepage Erik Trinkaus
CAS-Institute of Vertebrate Paleotology and Paleoanthropology
Tianyuan Cave
Peking Man Site at Zhoukoudian
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