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Kurzmeldungen am Freitag, 11.1.08

Freitag, 11. Januar 2008, 15:42 • Rubrik Nachrichten.

Planktische Foraminiferen aus der Kreidezeit Heute in aller Kürze: In der warmen Kreidezeit könnte es eine massive Vereisung gegeben haben, lassen Mikrofossilien vermuten. Patienten mit schweren Blutvergiftungen werden häufig falsch behandelt, sagen Forscher aus Jena. Die Vogelgrippe fordert Opfer unter britischen Schwänen. Und: Heute vor 220 Jahren.

Planktische Foraminiferen aus der Kreidezeit unter dem Rasterelektronenmikroskop. Bild: Universität Leipzig

Eine massive Vereisung könnte es ausgerechnet während einer der wärmsten Perioden der Erdgeschichte in der Kreidezeit vor 91 Millionen Jahren gegeben haben. Davon sind Geowissenschaftler der Universität Leipzig überzeugt. Zusammen mit Kollegen aus England, den Niederlanden und den USA untersuchten sie kreidezeitliche Tiefseesedimente aus dem westlichen tropischen Atlantischen Ozean. Diese enthalten kalkschalige Mikrofossilien, sogenannte Foraminiferen. Aus der Analyse der Fossilien schließen die Forscher, dass es für etwa 200.000 Jahre ein Eisschild von 50 bis 60 Prozent des heutigen antarktischen Eisschildes gegeben haben muss. Im tropischen Kreideozean soll der Meeresspiegel dadurch um bis zu 40 Meter gefallen sein. Offen sei allerdings noch, wo sich solch große Eismassen gebildet haben könnten. Die wahrscheinlichste Region stelle die Antarktis dar, so die Forscher. (Science)

Zu rund 150.000 schweren Blutvergiftungen kommt es in Deutschland jährlich, die Hälfte der Betroffenen stirbt an der Krankheit. Bisherige Behandlungsmethoden können die Probleme der Erkrankten noch verschärfen, berichten Forscher aus Jena: Betroffene Patienten reagieren u.a. mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Um den Glukosespiegel zu kontrollieren, wurde bisher statt einer normalen eine intensivierte Insulintherapie empfohlen. Die Jenaer Forscher wiesen nun nach, dass durch diese Behandlung ein erhöhtes Risiko für schwere Unterzuckerungen ausgelöst wird. Außerdem fanden sie heraus, dass Patienten mit septischem Schock entgegen bisheriger Empfehlungen keine Infusionen mit kristalloiden oder kolloidalen Lösungen erhalten sollten, weil diese ein akutes Nierenversagen verursachen und in höheren Dosierungen die Sterblichkeit erhöhen können. (BMBF, New England Journal of Medicine)

Das Vogelgrippe-Virus breitet sich in Großbritannien aus: Bei drei toten Höckerschwänen aus dem südenglischen Dorset wurde jetzt der Erreger H5N1 nachgewiesen. In der Grafschaft Dorset begannen Mönche im 11. Jahrhundert mit der Zucht der mittlerweile berühmten Schwänen, die bis heute zahlreiche Touristen in die Region locken. Weil Höckerschwäne in der Regel nur kurze Strecken zurücklegen, gehen Forscher von einem Einschleppen der Vogelgrippe durch andere Wasservögel aus. Es handelt sich um den insgesamt vierten Nachweis der Krankheit bei britischen Vögeln. Zwei Monate zuvor mussten Truthähne auf einer Geflügelfarm 500 Kilometer nördlich wegen eines Ausbruchs von H5N1 getötet werden. (New Scientist)

Jahrestag: Heute vor 220 Jahren entdeckte Wilhelm Herschel die beiden größten Monde des Uranus, die später von seinem Sohn John Herschel Oberon und Titania getauft wurden. (Wikipedia)


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