Übergewichts-Gen entdeckt
3. Januar 2008 16:45 Drucken
Der Hang zum Übergewicht kann in den Genen liegen: Fast jeder Zweite besitzt eine genetische Variante, die das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit im Kindes- und Erwachsenenalter erhöht. Duisburger Forscher identifizierten die Genvariante “rs1121980″ als neuen “Dickmacher”. Eine Ausrede für zu viele Pfunde liefern sie damit aber nicht.
Foto: Simone van den Berg /Fotolia
Die Forscher um Anke Hinney und Johannes Hebebrand von der Universität Duisburg-Essen hatten bei 487 übergewichtigen und 442 normalgewichtigen Kindern insgesamt knapp 500.000 Genvarianten im menschlichen Erbgut analysiert. Gezielt hatten sie nach Veränderungen gesucht, die bei Personen mit Übergewicht vermehrt auftreten und entdeckten dabei eine Erbgut-Veränderung im so genannten FTO-Gen, das maßgebliche für die Entwicklung von Übergewicht verantwortlich ist.
Andere Forscher hatten die FTO-Variante “rs1121980″ bereits mit der so genannten Altersdiabetes, dem Typ 2 Diabetes mellitus, in Verbindung gebracht. Tatsächlich ist dieser Zusammenhang aber nicht für Altersdiabetes, sondern für Übergewicht relevant. Nach Meinung der Duisburger Forscher ist die mögliche Ausprägung der Genvariante “rs1121980″ mit einem 31 Prozent erhöhten Risiko verbunden, übergewichtig zu werden. Die cirka 20 Prozent der Erwachsenen, die reinerbig für die Gen-Ausprägung sind, wiegen fast drei Kilo mehr als Personen, die diese nicht geerbt hatten, berichten die Forscher.
“Die Rolle der Lebensumstände darf dabei natürlich auch nicht unterschätzt werden. Die Genvariante rs1121980 allein macht nicht dick”, sagt Hebebrand. “Erst durch die Kombination mit weiteren Genvarianten beziehungsweise Umweltfaktoren, wie geringer Bewegung und kalorienreicher Ernährung, kommt es zu einer starken Gewichtszunahme.” Die Aufklärung der molekularen Mechanismen werde neue Therapien für Menschen mit Übergewicht ermöglichen, hoffen die Forscher.
Forschung: Anke Hinney, Susann Friedel, Günter Brönner, Timo Dirk Müller, Johannes Hebebrand, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität Duisburg-Essen, u.a.; veröffentlicht in “PLos ONE”, 26.12.2007
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Artikel in “PLos ONE”
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität Duisburg-Essen
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