Kurzmeldungen am Mittwoch, 2.1.08
Mittwoch, 2. Januar 2008, 23:01 • Rubrik Nachrichten.
Heute in aller Kürze: Kleine dezentrale Anlagen für die Wasseraufbereitung sollen in Afrika und Indien den Wassermangel lindern. In Cambridge messen Fahrradkuriere die Luftverschmutzung. Neue Unfallgefahr: Dicke US-Amerikaner verzichten zunehmend auf den Sicherheitsgurt. Und: Heute vor 52 Jahren.
Solarthermische Entsalzungsanlage für Meer- und Brackwasser. Foto: Fraunhofer ISE
Mit kleinen dezentralen Aufbereitungsanlagen wollen Fraunhofer-Forscher aus Meer- oder Brackwasser sauberes Trinkwasser gewinnen. Die mit Solarenergie betriebenen Geräte sollen in Afrika und Indien dort eingesetzt werden, wo sich die industrielle Meerwasser-Entsalzung nicht lohnt. “Unsere Anlagen basieren auf der Membrandestillation”, sagt Joachim Koschikowski vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesystem ISE in Freiburg. “In unserer Anlage wird das salzige Wasser erhitzt und an einer mikroporösen, wasserabweisenden Membran entlang geführt. Auf der anderen Seite der Membran fließt kaltes Trinkwasser. Das Dampfdruckgefälle, das durch die Temperaturdifferenz entsteht, lässt einen Teil des Salzwassers verdampfen und durch die Membran hindurchwandern. Das Salz bleibt zurück, der Wasserdampf kondensiert beim Abkühlen auf der anderen Seite. Wir erhalten sauberes keimfreies Wasser.” Das Kompaktsystem kann nach Aussage der Entwickler etwa 120 Liter Frischwasser pro Tag erzeugen; die Kosten pro 1000 Liter sollen bei etwa 10 Euro liegen – deutlich weniger, als die Betroffenen jetzt für Wasser aus Flaschen bezahlen müssen. (Fraunhofer ISE)
Im britischen Cambridge wird die Luftverschmutzung künftig von Fahrradkurieren gemessen. Dazu haben Forscher der Cambridge University die Räder mit Gas-Sensoren ausgerüstet, die ihre Messungen über Bluetooth an das Mobiltelefon des Kuriers weitergeben. Das Handy wiederum sendet die Messdaten zusammen mit einer GPS-Kennung automatisch an einen zentralen Uni-Server. Die Messgeräte sind nur etwa so groß wie TV-Fernbedienungen. Weil die Kuriere überall in der Stadt unterwegs seien, könnten sie komplexere Daten liefern als stationäre Messgeräte, so die Forscher. (New Scientist, Cambridge Mobile Urban Sensing)
Weil Sicherheitsgurte vielen übergewichtigen US-Amerikanern zu unbequem sind, verzichten sie zunehmend auf das Anschnallen und gehen höhere Unfallrisiken ein. Wie US-Forscher ermittelten, vernachlässigen bereits rund 30 Prozent der dicken Autofahrer ihre Sicherheit. Die Rate der Gurtmuffel steigt mit den Kilos: Von den extrem übergewichtigen Autofahrern gaben 55 Prozent an, den Sicherheitsgurt nicht zu benutzen. Normalgewichtige Amerikaner sollen sich dagegen nur zu 20 Prozent dem Anschnallen verweigern. Das Verletzungsrisiko durch Verkehrsunfälle sei daher genauso wie Bluthochdruck oder Diabetes als Folge des Übergewichts zu erfassen, meinen die Forscher. Die Gurt-Hersteller sollten außerdem breitere Modelle für Dicke entwickeln. (Vanderbilt University)
Jahrestag: Heute vor 52 Jahren entdeckte der Kameramann Hans Ertl in der Nähe des Rio Chinijo die verschollene Inka-Stadt Paititi. Der ehemalige Kriegsberichterstatter war Anfang der 50er Jahre mit seiner Familie nach Bolivien ausgewandert und drehte in Südamerika Dokumentarfilme. (Wikipedia)
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