Kurzmeldungen am Freitag, 28.12.07
28. Dezember 2007 |
Heute in aller Kürze: Schweizer Astronomen haben erstmals einen Exoplaneten direkt mit Hilfe seines sichtbaren gestreuten Lichtes vermessen. Unter dem antarktischen Eis fließen seit Millionen Jahren große Flüsse. Schlägt am 30.1.2008 ein Asteroid auf dem Mars ein? Und: Heute vor 112 Jahren.
Das Sterne-Planeten-System HD189733. Bild: ETH Zürich, S.V. Berdyugina
Das sichtbare gestreute Licht eines Exoplaneten im Sternbild Fuchs haben schweizer Astronomen erfasst und den Planeten so vermessen. Wegen der großen Entfernung konnten derartige Planeten optisch bisher nicht von ihren Muttersternen separiert werden. Der jetzt untersuchte Planet ist etwa 60 Lichtjahre von der Erde entfernt und umkreist den Zwergstern HD189733 in etwas mehr als zwei Tagen. Bekannt war bereits, dass es sich um einen Gasplaneten handelt, der sich extrem nahe um den Mutterstern bewegt. Ähnlich wie eine Polaroid-Sonnenbrille grelles, reflektiertes Sonnenlicht herausfiltert, haben die schweizer Forscher durch die Messung von polarisiertem Licht das schwache, vom Exoplaneten reflektierte Licht aus dem Sternlicht extrahiert. Dadurch konnten sie die Größe des Exoplaneten und dessen Atmosphäre bestimmen und die planetare Umlaufbahn beschreiben. Aus der gemessenen Polarisation ergab sich, dass die Atmosphäre über 30 Prozent größer ist als der undurchsichtige Bestandteil des Planeten, der während des Transits beobachtete wurde. Sie soll aus weniger als einem halben Mikrometer großen Teilchen bestehen, wie zum Beispiel aus Atomen, Molekülen, vielleicht teilweise auch Wassermolekülen, oder kleinen Staubteilchen. (ETH Zürich)
Die Antarktis ist keine Eiswüste, sondern eine Flusslandschaft. Unter dem bis zu vier Kilometer dicken Eispanzer fließen zahlreiche Flüsse und Ströme, deren größte die Ausmaße des Amazonas deutlich übertreffen. Dies berichten amerikanische Geologen, die in dem Netz aus Flüssen bereits 145 Seen lokalisiert haben. Darin könnten bisher unbekannte Organismen leben, spekulieren die Forscher. Die Flüsse existieren ihrer Schätzung nach seit über 30 Millionen Jahren. Das Wasser werde dank der Erdwärme in flüssigem Zustand gehalten. (National Geographics)
Auf dem Mars könnte es am 30. Januar 2008 zum Einschlag eines Asteroiden kommen. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 1 zu 75, berichtet die NASA. Der betreffende Asteroid 2007 WD5 war erst letzten Monat entdeckt worden. Mit seinem Durchmesser von rund 50 Metern und einer Geschwindigkeit von 48.600 Stundenkilometern beim Aufprall könnte er einen Krater mit einem halben Kilometer Durchmesser in die Oberfläche des Roten Planeten schlagen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Flugkörper den Mars um rund 50.000 Kilometer verpasst. (NASA)
Jahrestag: Heute vor 112 Jahren veranstalteten die Brüder Lumière mit dem von ihnen entwickelten Cinématographe in Paris die erste öffentliche Filmvorführung vor zahlendem Publikum. Sie zeigten 15 selbstgedrehte Kurzfilme mit überwiegend dokumentarischem Charakter. (Wikipedia)



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