Laser macht Antihaftschicht griffig
20. Dezember 2007 |
Zellen können selbst auf stark abweisenden Oberflächen wachsen, wenn man ihnen nur etwas zum Festhalten gibt. Das belegen Versuche, die Jenaer Forscher mit Polytetrafluorethylen durchgeführt haben, besser bekannt unter dem Handelsnamen “Teflon”. Nachdem sie per Laser winzige Unebenheiten in das Material gemeißelt hatten, konnten Zellen darauf im wahrsten Sinne des Wortes Fuß fassen.
Nach der Laserbearbeitung finden Zellen auch auf Teflonoberflächen Halt. Bild: IMT, Uni Jena
Derart bearbeitete Teflonimplantate könnten schneller und fester mit dem Körper verwachsen, als dies bislang möglich sei, erläutert Jörg Reichert von der Universität Jena. “Das einzige, was verändert wird, ist die physikalische Struktur der Oberfläche, sodass solche Implantate ungiftig im Körper sind.” Der bei der Bratpfanne erwünschte Antihafteffekt sei nämlich hinderlich, wenn es darum gehe, künstliche Blutgefäße oder Herzklappen aus Teflon dauerhaft im Körper zu verankern.
Reichert und Kollegen nutzten Laserlicht, um Strukturen im Mikrometer-Maßstab in einer Teflonoberfläche zu erzeugen. Dann brachten sie Bindegewebszellen (Fibroblasten) auf der Oberfläche aus. Der überraschende Effekt: Die Zellen bildeten winzige “Füßchen” aus, mit denen sie sich in der aufgerauten Unterlage festkrallten. Auf unbehandelten Teflonoberflächen konnten sich die Zellen dagegen nicht halten, berichten die Forscher im Fachblatt “Advanced Engineering Materials”. Weitere Analysen ergaben, dass die Laserbehandlung keine chemische Veränderung des Materials bewirkt hatte.
Forschung: Jörg Reichert und Klaus D. Jandt, Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena; Sven Brückner und Hartmut Bartelt, Institut für Photonische Technologien, Jena
Veröffentlichung Advanced Engineering Materials, Vol. 9(12), pp 1104-13, DOI 10.1002/adem.200700218
WWW:
Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie, Uni Jena
Institut für Photonische Technologien, Jena
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