Kurze Beine, schlechtere Leberwerte

18. Dezember 2007 14:18 Drucken

Straßenszene mit Passanten /Fotolia.com Bei kurzbeinigen Menschen ist die Leber weniger robust als bei solchen mit langen Beinen. Entsprechende Hinweise haben britische Medizinerinnen im Rahmen einer Studie mit knapp 4.300 Frauen gefunden. Diese wiesen umso höhere Spiegel von Leberenzymen auf, je kürzer ihre Beine waren.

Foto: Elena Elisseeva /Fotolia

Dieser Zusammenhang galt auch unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Klassenzugehörigkeit und Alkoholkonsum, berichten die Forscherinnen um Abigail Fraser von der University of Bristol im “Journal of Epidemiology and Community Health”. Die Resultate ständen daher im Einklang mit der Annahme, “dass sich Faktoren wie etwa die Ernährung, die in der Kindheit das Wachstum beeinflussen, auch auf die Entwicklung der Leber auswirken”.

Fraser und Kolleginnen analysierten die Daten von 4.300 Frauen im Alter von 60 bis 79 Jahren, die an einer großen britischen Gesundheitsstudie teilgenommen hatten. Bei allen waren unter anderem die Spiegel von 4 Leberenzymen (ALT, GGT, AST und ALP) im Blut gemessen worden. Diese Enzyme sind am Ab- bzw. Umbau von Proteinen beteiligt. Treten sie in erhöhter Konzentration im Blut auf, kann dies eine Schädigung des Lebergewebes signalisieren. Tatsächlich blieb der Zusammenhang auch dann bestehen, wenn Teilnehmerinnen mit anderen möglichen Ursachen – Herzerkrankungen, Tumoren, Diabetes oder Osteoporose – bei der Analyse nicht mit einbezogen wurden.

Eine Erklärung für den beobachteten Zusammenhang zwischen Beinlänge und Leberwerten könne sein, dass ein starkes Skelettwachstum schlicht mehr Platz für die Entwicklung einer größeren, robusteren Leber schaffe, so die Forscherinnen weiter. Die genaue Erforschung des Zusammenhangs erscheine umso lohnenswerter, als erhöhte Leberwerte auch mit einem gesteigerten Risiko für Diabetes und koronare Herzkrankheit einhergingen.

Forschung: Abigail Fraser und Debbie A. Lawlor, Department of Social Medicine, University of Bristol; und andere

Veröffentlichung Journal of Epidemiology and Community Health, Vol. 62, pp 48-53, DOI 10.1136/jech.2006.053181

WWW:
Department of Social Medicine, University of Bristol
- The British Women’s Heart and Health Study
Leberenzyme

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