Kurzmeldungen am Freitag, den 14.12.07

14. Dezember 2007 17:42 Drucken

Mit Lachsläusen befallene junge Buckellachse Heute in aller Kürze: Über Lachszuchten breiten sich Parasiten aus, die wilde kanadische Buckellachse an den Rand des Aussterbens bringen. Die britischen Behörden haben bei der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im letzten August geschlampt. Eiweiß-Bruchstücke in Sperma erhöhen die Infektiosität des AIDS-Virus. Und: Heute vor drei Jahren.

Buckellachse mit Parasiten. Foto: Alexandra Morton /Science

Der kanadische Buckellachs könnte innerhalb der nächsten vier Generationen fast vollständig verschwinden, warnen Forscher der University of Alberta in Edmonton. Sie sagen einen Rückgang um 99 Prozent voraus, weil so genannte Lachsläuse aus der kommerziellen Lachszucht auf Wildbestände übergegriffen haben. Lachsläuse sind Parasiten, die sich an den Körper der Fische heften und von deren Blut und Muskeln leben. Noch vor 30 Jahren wurden nur die wenige Zentimeter langen Junglachse befallen, wenn sie nach dem Schlüpfen flussabwärts zum Meer wanderten. Doch seit den 1970er Jahren entstanden an kanadischen Flussmündungen zahlreiche Lachszuchten, die den Parasiten mittlerweile als ideale Brutstätte dienen. Jungtiere, die solche Lachsfarmen passieren müssen, haben ein 73fach erhöhtes Infektionsrisiko, berichten die Forscher. (Science)

Die Maul- und Klauenseuche konnte im August und September dieses Jahres in Großbritannien gleich zweimal ausbrechen, weil sie nach ihrem ersten Auftreten nicht gründlich genug bekämpft wurde. Das geht aus einer Studie des britischen “Institute of Animal Health” hervor. Die Forscher verglichen die genetischen “Fingerabdrücke” der Viren und stellten fest, dass der zweite Ausbruch in 17 Kilometer Entfernung zum ersten Fall auf eben diesen zurück geht. Die zuständige Behörde Defra (das “Department for Environment, Food and Rural Affairs”) sieht sich allerdings nicht in der Verantwortung, weil damals eine Sperrzone von 10 Kilometern als ausreichend gegolten habe. Der Vorwurf lautet nun, die Defra habe zwar die Sperrzone desinfiziert, das Virus dabei aber offenbar nicht ausmerzen können. (BBC)

Die Infektiosität des AIDS-Virus erhöht sich deutlich durch Bruchstücke eines Eiweißes, das im Sperma im Übermaß vorhanden ist. Dieser “HIV-Verstärker” könnte eine wesentliche Rolle bei der weltweiten Ausbreitung von HIV spielen, sagen Forscher aus Ulm und Hannover. Die meisten der jährlich etwa 4 Millionen Neuinfektionen erfolgten durch Kontakt mit HIV-infiziertem Sperma beim heterosexuellen Kontakt. Fragmente eines in großen Mengen vorhandenen Spermamarkers bilden nach Aussage der Forscher Fibrillen aus, die HIV-Partikel mit hoher Effizienz binden und die Anheftung der Viren an die Zielzellen verstärken. Die Wissenschaftler wollen daher Substanzen entwickeln, welche die Ausbildung der Fibrillen oder zumindest ihre verstärkende Wirkung blockieren. Wenn dies gelänge, hätte man wahrscheinlich ein Mittel, das Risiko der sexuellen Übertragung von HIV deutlich zu reduzieren. (Uni Ulm)

Jahrestag: Heute vor drei Jahren entdeckte der NASA-Marsroboter “Spirit” Hinweise auf Goethit auf dem Roten Planeten. Dieses Mineral kann sich nur in Anwesenheit von Wasser bilden. (Wikipedia)

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