Aborigines: Tod durch Speer
11. Dezember 2007 15:19 Drucken
Vor etwa 4.000 Jahren fand dort, wo später die Metropole Sydney entstehen sollte, ein Aborigine den Tod in den Dünen. Australische Archäologinnen glauben nun, den Vorgang aufklären zu können. Ihren Untersuchungen zufolge, wurde der Mann getötet, indem ihm ein mit Widerhaken besetzter Speer in den Leib gerammt wurde.
Aborigine-Kunst. Foto: DHuss /iStockphoto
Wahrscheinlich sei der Mann einem rituellen oder Sühnemord zum Opfer gefallen, erläutert Josephine McDonald, Forscherin an der Australian National University und als archäologische Beraterin tätig. Über solche Tötungen bei den australischen Ureinwohnern hätten die ersten europäischen Siedler im 18. Jahrhundert berichtet. Der jetzt studierte Fall helfe, Hinweise auf eine wachsende soziale Komplexität der Aborigines einzuordnen.
Das Skelett des Mannes war zusammen mit 17 sorgfältig bearbeiteten Steinspitzen im Jahr 2005 bei Ausschachtungsarbeiten in Narrabeen entdeckt worden, einem Vorort Sydneys. McDonald und ihre Kolleginnen vermuteten, bei den Spitzen handle es sich um die Widerhaken von Speeren, und machten sich daran, die Umstände des Todes genauer aufzuklären. Nicht nur haftet vielen Steinspitzen menschliches Knochengewebe an, berichten die Forscherinnen im Fachblatt “Antiquity”. Viele weisen auch Beschädigungen auf, wie sie beim kraftvollen Auftreffen auf Knochen entstehen könnten. Tatsächlich fanden sich feine Steinsplitter in den Knochen.
McDonalds Kollegin Denise Donlon von der University of Sydney schätzt, dass der Mann zum Zeitpunkt seines Todes etwa 30 Jahre alt war. Gemessen an den verschiedenen Stickstoff- und Kohlenstoffisotopen in seinen Knochen, ernährte er sich hauptsächlich von Fisch, Muscheln, Tang und Seevögeln. Vermutlich wurde er in der Nähe des Strandes getötet und sein Leichnam dann auf dem Kamm einer Düne zurückgelassen.
Forschung: Josephine J. McDonald, Jo McDonald Cultural Heritage Management, Lilyfield, New South Wales, und Centre for Cross-Cultural Research, Australian National University, Canberra; Denise Donlon, Department of Anatomy and Histology, University of Sydney; und andere
Veröffentlichung Antiquity, Vol. 81(314), pp 877-85
WWW:
Centre for Cross-Cultural Research, Australian National University
Eora: Aboriginal Sydney
Spears, Woomeras and Other Weapons
Sensitive Areas
Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Massensterben durch prähistorische Brandstifter?
Didgeridoo: Das sprechende Rohr




Tweet












Antikörper

Kommentare und Trackbacks