Kurzmeldungen am Montag, 10.12.07

10. Dezember 2007 19:03 Drucken

Messkabine einer Zweiseilumlaufbahn Heute in aller Kürze: Seilbahnen werden in starke Schwingungen versetzt, wenn sie zu langsam fahren. Münchner Forscher haben einen Zusammenhang zwischen der Magersucht und der Gehirnstruktur entdeckt. Die Raumfähre “Atlantis” startet frühestens am 2.1.08 zur ISS. Und: Heute vor 105 Jahren.

Seilbahn-Messfahrzeug. Foto: TU Wien

Seilbahnen können gefährlich stark schwingen, wenn sie zu langsam fahren. Diesen Effekt ermittelten Forscher der Technische Universität Wien bei Messungen an einer Zweiseilumlaufbahn. Deren Kabine wird unter ungünstigen Bedingungen in starke Querpendelschwingungen versetzt – egal, ob stark böiger Seitenwind oder Windstille herrschen. Wie die Forscher berechneten, tritt der Effekt bei Fahrgeschwindigkeiten von etwa 2 bis 3 Metern pro Sekunde auf. Zum Vergleich: Die üblichen Fahrgeschwindigkeiten liegen zwischen 4 und 6 m/s. Besonders starke Schwingungen entstünden, so die Forscher, wenn die so genannte Wirbelablösefrequenz mit der Eigenfrequenz der Kabine identisch sei. Vermeiden könne man das Phänomen im Wesentlichen nur, indem man keine längeren Strecken im langsamen Tempo fahre. (TU Wien)

Bei Magersüchtigen zeigt sich im Vergleich zu Gesunden eine abweichende Gehirnstruktur, berichten Neurologen der TU München. Sie stellten bei betroffenen Patienten einen Unterschied im Bereich des Frontallappens fest: Das so genannte “vordere Cingulum” weise eine signifikant geringere Dichte auf, so die Forscher. Dieser Unterschied bestehe auch bei Patienten, die nach einer schweren Magersucht wieder normalgewichtig seien und korreliere mit dem Schweregrad der Essstörung. Es gebe Hinweise darauf, dass die geringere Dichte keine Folge der Magersucht sei, sondern bereits vorher vorliege und somit für die Erkrankung verantwortlich sein könne. Mark Mühlau von der TU München: “Die Region des vorderen Cingulums spielt auch bei anderen Störungen eine Rolle – unter anderem bei Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Emotion und Kognition. Hier könnte auch eine Verbindung zur Anorexie bestehen. Denn die Patienten wissen ja, dass sie zu dünn sind, verhalten sich aber dennoch nicht rational.” (American Journal of Psychiatry)

Die Astronauten der Raumfähre “Atlantis” müssen sich in Geduld üben: Ihr elftägiger Flug zur Internationalen Raumstation ISS wird nicht vor dem 2. Januar 2008 stattfinden. Die Sensoren in den Treibstofftanks bereiten immer noch Probleme, teilten NASA und ESA gestern mit. Mit der “Atlantis” soll das Wissenschaftslabor “Columbus”, ein europäischer Beitrag zur Raumstation, ins All gebracht werden. (ESA)

Jahrestag: Heute vor 105 Jahren wurde die vom britischen Ingenieur Sir William Willcocks geplante Staumauer im Nil bei Assuan in Betrieb genommen. Durch 180 Durchlässe ließ sich der Wasserstand regulieren; auch der für die ägyptische Landwirtschaft wichtige Nilschlamm konnte damals die Sperre passieren. (Wikipedia)

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