Kurzmeldungen am Dienstag, 4.12.07
Dienstag, 4. Dezember 2007, 21:56 • Rubrik Nachrichten.
Heute in aller Kürze: Die Mars-Sonde Spirit hat sich aus sandigem Untergrund frei gekämpft und steuert ihr Winterquartier an. Die Tropen wandern schnell nach Norden, lassen Satellitendaten vermuten. Berliner Forscher haben die Rolle eines speziellen Gens beim sprechen lernen nachgewiesen. Und: Heute vor 368 Jahren.
Der tapfere kleine Mars-Roboter. Bild: NASA
Das Roboterfahrzeug Spirit, das sich vor zwei Wochen im losen sandigen Marsboden fest gefahren hatte, konnte sich endlich befreien. Dazu sei eine Reihe kurzer komplizierter Fahrmanöver nötig gewesen, teilte die NASA mit. Jetzt müsse Spirit rund 25 Meter zurücklegen, um eine rettende Hochebene zu erreichen, auf der die Sonde den kommenden Mars-Winter überstehen könnte. Die Strecke über sowohl sandiges wie steiniges Gelände müsse mit großer Vorsicht in etwa vier Wochen bewältigt werden, so die NASA. Erreicht Spirit bis zum 1. Januar das angestrebte Plateau, könnten die Sonnensegel den monatelangen Sandsturm des Mars-Winters überstehen, spekulieren die Astronomen. Das Fahrzeug ist immerhin schon seit Januar 2004 im Einsatz. (New Scientist, NASA)
Die Tropen könnten sich innerhalb der letzten drei Jahrzehnte schneller nach Norden ausgedehnt haben, als es den gängigen Klimamodellen entspricht. Diese gehen davon aus, dass sich die tropische Zone der Erde innerhalb eines Jahrhunderts um jeweils zwei Breitengrade nach Norden und Süden ausdehnt. In der nördlichen Stratosphäre habe es in den letzten 30 Jahren aber bereits eine Ausdehnung um etwa 4,5 Längengrade gegeben, sagen jetzt Klimaforscher der “National Oceanic and Atmospheric Administration”, Maryland. Sie verweisen auf Daten, die Satelliten und Wetterballons zwischen 1979 und 2000 gesammelt haben. Bisherige Klimamodelle beschränkten sich zu sehr auf die untere Atmosphäre und die Oberflächentemperaturen, glauben die Forscher. Sie halten den Einfluss der Stratosphäre für bedeutsam, räumen aber gleichzeitig ein, dass deren Rolle für das Wetter noch nicht ausreichend geklärt sei. (ScienceNow)
Bei Zebrafinken haben Berliner Forscher den Zusammenhang zwischen einem Gendefekt und dem korrekten Erwerb von Lautäußerungen nachgewiesen. Die Wissenschaftler manipulierten dazu Gehirngegenden junger Finken, um die Produktion des Gens FOXP2 zu unterbinden. In der Folge konnten die Finken den Gesang ihrer Artgenossen nur unvollständig kopieren und schlechter imitieren. Die Erkenntnisse seien bedeutsam, weil das Lernverhalten von Singvögeln als Modell für den menschlichen Spracherwerb gelte, so die Forscher. Offenbar sei das Gen an der Steuerung von Mund, Zunge und Kehlkopf beteiligt. Patienten mit Mutationen des Gens FOX2 leiden unter der Sprachstörung Developmental Verbal Dyspraxia und können nur vereinfacht sprechen. (PLoS Biology)
Jahrestag: Heute vor 368 Jahren gelang dem englischen Astronomen Jeremia Horrocks als Erstem die Beobachtung des so genannten Venustransits, des Durchgangs des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe. (Wikipedia)
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