Kurzmeldungen am Donnerstag, 29.11.07

29. November 2007 18:40 Drucken

Ausschnitt einer Karte der Feinstaub-Belastung in Deutschland Heute in aller Kürze: In vielen deutschen Städten überschreitet die Feinstaub-Belastung europäische Grenzwerte. Bochumer Bauingenieure warnen vor mangelhafter Statik in Stadien. Die Kulturpflanze Reis kam mit afrikanischen Sklaven nach Nordamerika. Und: Heute vor 130 Jahren.

Feinstaubkarte (Ausschnitt) Grafik: Leibniz-Institut für Länderkunde

Die Grenzwerte für Feinstaub werden auch mehr als zwei Jahre nach Inkrafttreten der EU-Richtlinie über Luftschadstoffe in zahlreichen Städten überschritten. Das zeigt die aktuelle Deutschlandkarte, die das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) präsentiert. Schon 2006 hätten die Belastungen durch Feinstaub im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen, kritisieren die Forscher, und auch die diesjährigen Trends signalisierten keinen nennenswerten Rückgang der Emissionen. Besonders betroffen seien die städtischen Verdichtungsräume mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen. (Nationalatlas aktuell)

Beim Einsturz einer Tribüne in einem Sportstadion sind am vergangenen Wochenende im brasilianischen Salvador mehrere Menschen gestorben und zahlreiche verletzt worden. Auch deutsche Stadien seien meist nicht für die Last hüpfender Menschenmassen ausgelegt, sagen Bauingenieure der Ruhr-Universität Bochum. “Unsere Simulationen zeigen, dass die dynamischen Lasten der hüpfenden Zuschauer um das Dreieinhalb- bis Viereinhalbfache höher sind als die statischen Lasten”, so Forschungsleiter Michael Kasperski. Die Reaktionen des Tragwerks könnten um das 20- bis 80-fache größer sein als die statischen Wirkungen. “Wir glauben, dass sich dieses Unglück in ähnlicher Art und Weise auch in unseren modernen Fußballstadien wiederholen kann”, sagt Kasperski. (Ruhr-Universität Bochum)

Die amerikanischen Sklavenhalter des 17. Jahrhunderts profitierten vermutlich doppelt von der Verschleppung afrikanischer Zwangsarbeiter: Sie kamen nicht nur an billige Arbeitskräfte, sondern auch an ertragreiche Reissorten. Wie US-amerikanische Genetiker ermittelten, hat eine der wertvollsten noch heute in den USA genutzten Reisarten (Carolina Gold) ihren Ursprung in Westafrika. Dort sei Reis schon Jahrtausende lang vor ersten Kontakten mit Amerikanern angebaut worden. Sklavenhändler nahmen ihn als Verpflegung für die Gefangenen mit an Bord. Die Reste habe man dann zur Ernährung der Sklaven auf den amerikanischen Plantagen ausgesät, rekonstruierten die Forscher. Den ersten nachweislichen Anbau datieren sie auf das Jahr 1685. (National Geographic)

Jahrestag: Heute vor 130 Jahren führte Thomas Alva Edison erstmals seinen Phonographen vor. Der eigentliche Erfinder war zwar der Franzose Charles Cros, doch diesem fehlten die finanziellen Mittel, um seine Erfindung patentieren zu lassen. (Wikipedia)

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