Protein macht Mäuse “krebsfest”

27. November 2007 12:44 Drucken

Foto: Weiße Maus mit roten Augen auf einer HandflächeGegen viele Krebsarten gefeit ist eine Maus, die amerikanische Forscher erzeugt haben. Die Tiere bilden laufend ein Protein, das ausschließlich Krebszellen in den Selbstmord treibt. Als Resultat trotzen sie selbst hartnäckigen Bemühungen, bei ihnen das Wachstum von Tumoren auszulösen.

Ob und wie die neuen Resultate auf den Menschen übertragbar sind, ist noch offen. Foto: Dr. Patricia Brown. National Cancer Institute

Angesichts dieser Resultate sei es vorstellbar, das Protein zur Behandlung menschlicher Patienten einzusetzen, erklärt Vivek Rangnekar von der University of Kentucky. Der Forscher und seine Arbeitsgruppe hatten das Eiweiß und das zugehörige Gen bereits Anfang der 90er-Jahre entdeckt, seine Funktion bislang aber nur an Zellkulturen untersucht. “Nun haben wir den Beleg dafür, dass es normale Zellen nicht tötet: Die Mäuse leben und erfreuen sich bester Gesundheit.”

Rangnekar und Kollegen hatten das Protein Par-4, auch bezeichnet als PAWR, ursprünglich aus den Vorsteherdrüsen von Ratten isoliert. Sie fanden, dass es die Aktivität zahlreicher Gene indirekt bzw. direkt beeinflusst. In der besonderen Umgebung in vielen Tumorzell-Typen kann es diese Wirkung besonders stark entfalten und so die Apoptose einleiten, den programmierten Selbstmord der Zellen. In Kulturen normaler Zellen bleibt dieser Effekt aus.

Die Forscher machten nun die Probe aufs Exempel und schleusten einen DNA-Abschnitt, der die Information für das wichtigste Modul von Par-4 trug, in Mäuse-Eizellen ein. Anders als die Eltern, bildete der Nachwuchs das Protein in praktisch allen Geweben. Gleichwohl entwickelte er sich normal und wies keine offenkundigen Defekte auf, berichtet die Gruppe im Fachblatt “Cancer Research”. Mehr noch: Die Tiere entwickelten weder spontane Tumoren noch gelang es, bei ihnen über Onkogene Krebs auszulösen.

Vielleicht könne man bei Krebspatienten eine ähnliche Wirkung erzielen, hofft Rangnekar. Beispielsweise könnte man ihnen Knochenmarkszellen entnehmen, den entsprechenden DNA-Abschnitt in die Zellen einschleusen und diese wieder injizieren. Bis man vielleicht einmal klinische Studien auf Basis von Par-4 durchführen könne, sei es allerdings noch ein langer Weg, betont der Forscher.

Forschung: Yanming Zhao, Ravshan Burikhanov und Vivek M. Rangnekar, Departments of Radiation Medicine und Microbiology, Immunology and Molecular Genetics und Markey Cancer Center, University of Kentucky, Lexington; und andere

Veröffentlichung Cancer Research, Vol. 67, pp 9276-85, DOI 10.1158/0008-5472.CAN-07-2124

WWW:
Homepage Vivek Rangnekar
Krebsinformationsdienst des DKFZ Heidelberg
- Gentherapie
Overcoming Cancer’s Resistance
PAWR/Par-4

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